Schwierige Suche nach Einigung

Die gestern in Wien fortgesetzten Verhandlungen über ein Abkommen zur Beilegung des Streits um ein iranisches Atomprogramm sind in eine kritische Phase eingetreten. Die wichtigsten Fragen und Antworten:

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Vertritt die iranischen Interessen bei den gegenwärtigen Verhandlungen in Wien: Außenminister Sarif.  Foto: 

Wer verhandelt mit dem Iran? Seit Jahren verdächtigt der Westen den Iran, mit seinem Nuklearprogramm den Bau einer Atombombe voranzutreiben. Teheran weist dies zurück und pocht auf das Recht einer friedlichen Nutzung der Atomenergie. Beteiligt an den im Februar begonnenen Wiener Gesprächen sind nun Vertreter des Irans und der fünf UN-Vetomächte USA, Großbritannien, Frankreich, Russland und China sowie Deutschland. Die ersten Verhandlungsrunden wurden geführt von der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton und dem iranischen Außenminister Mohammed Dschawad Sarif. Am vergangenen Sonntag stießen vorübergehend weitere Außenminister dazu.

Was sieht das Interimsabkommen vor? Die Verhandlungen bauen auf ein am 24. November 2013 unterzeichnetes Interimsabkommen auf. Gemäß der für sechs Monate geltenden Vereinbarung hat der Iran im Gegenzug für die Lockerung gewisser Handels- und Finanzsanktionen seine Urananreicherung eingefroren, die Vorräte höher angereicherten Urans reduziert und verschärfte Kontrollen seiner Atomanlagen durch die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) zugelassen. Zudem ließ Teheran den Bau des Schwerwasserreaktors in Arak ruhen, der zusammen mit einer Wiederaufbereitungsanlage zur Gewinnung von Plutonium genutzt werden könnte.

Bis wann müssen sich die Verhandlungspartner einigen? Das Interimsabkommen läuft am 20. Juli aus. Sollte bis dahin keine Einigung erreicht werden, kann das Abkommen um weitere sechs Monate verlängert werden. Irans Außenminister Sarif sprach sich bereits für eine Verlängerung aus, auch ein westlicher Diplomat hielt dies für "sehr wahrscheinlich".

Was sind die Forderungen des Westens an den Iran? Der Reaktor von Arak soll so modifiziert werden, dass er weniger Plutonium erzeugt. Zudem soll die Zahl der Zentrifugen auf wenige Tausend reduziert werden und die Forschung an neueren Maschinen zur Anreicherung von Uran eingeschränkt werden. Die verbunkerte Anreicherungsanlage von Fordo soll geschlossen werden.

Wie steht der Iran zu diesen Forderungen? Für den Iran ist die Beherrschung des Brennstoffzyklus - und damit auch die Urananreicherung - nicht verhandelbar. Während er beim Reaktor von Arak offenbar zu Zugeständnissen bereit ist, gibt es Streit um die Zahl der Zentrifugen. Zudem dringt der Iran auf eine rasche Aufhebung der Sanktionen.

Wie wirken sich die Konflikte in Syrien und dem Irak aus? In Syrien steht Teheran fest zu Machthaber Baschar al-Assad, der Westen unterstützt die Rebellen. Im Irak stehen der Iran und der Westen dafür beide auf Seiten der Regierung gegen die Dschihadisten. Laut Experten haben beide Konflikte aber keine direkte Auswirkung auf den Atomkonflikt, der getrennt von anderen Fragen behandelt werde.

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