Schwerer Verdacht: Hat Erdogan sein Uni-Diplom gefälscht?

Der türkische Präsident Erdogan hat 44 Ehrendoktorwürden, aber hat er auch ein Diplom? Die Zweifel daran wachsen – und Erdogan hüllt sich in Schweigen.

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Hat Recep Tayyip Erdogan überhaupt ein Diplom? Falls nicht, drohen weitreichende politische Folgen – bis hin zur Amtsenthebung.  Foto: 

Er ist der einflussreichste Mann der Türkei. „Sein Wille geschehe“ – so beschreiben Beobachter die Rolle des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan. Nicht weniger als 44 Ehrendoktorwürden hat der 62-Jährige in seiner politischen Laufbahn bereits verliehen bekommen, zuletzt Anfang Juni von der Makerere-Universität in Uganda. Aber wie steht es um Erdogans eigenen Universitätsabschluss? Hat er überhaupt ein Diplom?

Seit Jahren wird in der Türkei darüber gerätselt. Jetzt bekommt das Thema neue Aktualität. Es ist keine akademische Diskussion: Nur wer älter als 40 Jahre ist und mindestens vier Jahre Universitätsstudium und ein Diplom vorweisen kann, darf laut türkischer Verfassung zum Staatsoberhaupt gewählt werden. Erfüllte Erdogan diese Voraussetzungen, als er im August 2014 für das Amt des Staatspräsidenten kandidierte und gewählt wurde?

Erdogan, aufgewachsen als Sohn eines Seemanns im Istanbuler Hafenviertel Kasimpasa, hat eine Imam-Hatip-Schule besucht. Diese Religionsgymnasien dienen der Ausbildung künftiger Imame, islamischer Priester. Absolventen dieser Schulen hatten Anfang der 1970er Jahre keine allgemeine Hochschulreife, sie durften lediglich theologische Fakultäten besuchen.

Erdogan gibt aber in seiner offiziellen Biografie an, er habe an der Marmara Universität einen Abschluss in Ökonomie und Verwaltungswissenschaften erworben. Doch wie konnte Erdogan als Imam-Hatip-Abiturient sich überhaupt an der Marmara Universität immatrikulieren und ein solches Studium absolvieren?

Das fragt die pro-kurdische Oppositionspartei HDP. Auf ihren Antrag legte jetzt der Oberste Wahlrat eine Kopie jenes Universitäts-Diploms vor, das Erdogan mit seiner Kandidatur 2014 eingereicht hatte. Doch das Papier bringt die Kontroverse jetzt erst richtig in Gang.

Erdogans Diplom, das die HDP inzwischen bei Twitter veröffentlichte, hat mehrere Schönheitsfehler. Es wurde angeblich im Jahr 1981 von der Marmara Universität ausgestellt. Die Universität gab es damals allerdings noch gar nicht, sie wurde erst 1982 gegründet. Auch der Dekan und der Rektor, deren Unterschriften das 1981 ausgestellte Diplom trägt, traten ihre Ämter erst ein Jahr später an. Die Fakultät, an der Erdogan 1981 seine Abschlussprüfung abgelegt haben will, gibt es sogar erst seit 1983. Merkwürdig ist auch, dass die Istanbuler Verkehrsbetriebe den angeblichen Studenten Erdogan in der fraglichen Zeit als Vollzeitbeschäftigten führten.

Erdogan habe „kein Universitätsdiplom“ sondern nur ein Zeugnis nach zwei bis drei Jahren weiterführender Studien, konstatiert der Verband der türkischen Hochschul-Professoren (Univder). Unter Hashtags wie #HaniMisDiploma (Wo ist das Diplom?) oder #YaDiplomaYaIstifa (Diplom oder Rücktritt) machen jetzt Erdogan-Kritiker auf der Plattform Twitter mobil. Doch während Erdogan sonst Kritik in den sozialen Netzwerken gern als „Präsidentenbeleidigung“ gerichtlich verfolgen lässt, hüllt er sich zu diesen Vorwürfen bisher in Schweigen.

Es geht um mehr als eine abgeschriebene Doktorarbeit. Sollte sich herausstellen, dass Erdogan kein Diplom hat, könnte das weitreichende politische Konsequenzen haben – bis hin zur Amtsenthebung. Dass es dazu kommt, ist aber nicht sehr wahrscheinlich. Denn dazu hat Erdogan das Land längst viel zu stark in seinem Griff. Jetzt bereitet er eine Verfassungsänderung vor, die ihm eine noch größere Machtfülle geben soll. Dabei könnte auch die Klausel, wonach ein Präsident über ein Hochschuldiplom verfügen muss, gestrichen werden.

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Kommentare

23.06.2016 21:01 Uhr

Antwort auf „Nun ja,”

Im Artikel steht:
"Erdogan habe „kein Universitätsdiplom“ sondern nur ein Zeugnis nach zwei bis drei Jahren weiterführender Studien, konstatiert der Verband der türkischen Hochschul-Professoren (Univder)."

Ist das jetzt falsch?
Hat Erdogan nun ein "Diplom" oder nur ein Zeugnis über ein paar Studienjahre?
Hat er damit die Voraussetzung für das Präsidentenamt oder nicht?

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23.06.2016 19:36 Uhr

Nun ja,

Marmara Universität hat eine Pressererklärung abgegeben und bestätigt, dass der Staatspräsident Erdogan an Ihrer Hochschule studiert hat. Bei der Umbennung der Hochschule und das Diplom von Herrn Erdogan, hing es davon ab. Das Herr Erdogan noch andere Fächer hatte die er dann später beendet hat.
Noch dazu hat Marmara Universität den Link "http://diploma.marmara.edu.tr/" zur Verfügung gestellt, ein Link wo man die einzelnen Absolventen aufrufen kann, nachdem man einige Angaben eingetragen hat.

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23.06.2016 14:20 Uhr

Aha ...

Und wie kann die Universität, die - wie Sie selbst sagen - erst 1982 umbenannt wurde, bereits 1981 unter diesem Namen Diplome verteilen?

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23.06.2016 11:20 Uhr

Typisch die kurden, denen ist alles recht.....

Der Staatspräsident studierte ende 70iger Jahren an der İstanbuler Hochschule für Volkswirtschaft u. kaufmännische Wissenschaft. Er studierte 4 Jahre an der Hochschule, im Jahre 1982 wurde die Hochschule umbenannt in Marmara Universität. Auch zum Imam-Hatip Schule kann ich was sagen, in den 70iger Jahren durften die Absolventen mit Ihrer allgemeiner Hochschulreife an jeder Universität studieren. Das die Absolventen der Imam-Hatip Schulen nur noch an der Theologischen Universität studieren dürfen, war in den 90iger Jahre voriges Jahrhundert. Das muss jetzt jedem klar sein.

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23.06.2016 10:16 Uhr

das Kasperletheater

geht in eine weitere Runde.

https://de.wikipedia.org/wiki/Kasper

Figuren des Kaspertheaters
Das heutige, durch die Hohnsteiner stark bestimmte Kaspertheater dient fast ausschließlich der Unterhaltung jüngerer Kinder. Zu seinem Standardpersonal gehören:

für das Gute:
Kasper(l)(e),
Sepp(e)l (Freund und oft Sinnbild für Ehrlichkeit, aber auch Einfalt),
Gret(e)l (die Frau und Stimme der Vernunft),
Großmutter,
Fee.

für Ordnung, Gerechtigkeit und Obrigkeit:
Prinzessin, Prinz, König, Wachtmeister

für das Böse:
Hexe, Zauberer, Teufel, Räuber, Krokodil (als „Ersatzdrache“)

Jede Ähnlichkeit zu Institutionen oder lebenden Personen sind vom Autor gewünscht und nicht zufällig.

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