Schulz will SPD-Mitglieder über Koalition abstimmen lassen

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SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz vergangene Woche in der SPD-Parteizentrale in Berlin. Foto: Kay Nietfeld  Foto: 

Nach der Bundestagswahl sollen nach dem Willen von SPD-Chef Martin Schulz die Parteimitglieder darüber abstimmen, ob und mit wem die SPD eine Regierungskoalition bildet.

Die Mitgliederbefragung nach der Wahl 2013 sei eine „Sternstunde“ der innerparteilichen Demokratie gewesen. „Dahinter können und wollen wir nicht zurück“, sagte der Kanzlerkandidat dem „Spiegel“.

Schulz lobte, die SPD-Mitglieder machten mit großem Einsatz Wahlkampf. „Aber Mitglied der SPD wird man nicht allein, um Plakate zu kleben. Mitglied wird man, um mitzugestalten.“

Im Dezember 2013 hatten sich knapp 78 Prozent der etwa 475 000 Sozialdemokraten an der Befragung beteiligt. Von ihnen votierten 76 Prozent für die Beteiligung an der großen Koalition.

Mit der Ankündigung will Schulz dem Magazinbericht zufolge auch die Kritiker einer möglichen Neuauflage des amtierenden Bündnisses aus Union und SPD besänftigen.

So sagte der stellvertretende Chef der Bundestagsfraktion, Axel Schäfer, dem „Spiegel“, er sei strikt gegen eine weitere große Koalition unter CDU-Chefin Angela Merkel. „Die SPD hat keine Pflicht zur Selbstaufopferung.“

Ähnlich äußerte sich Matthias Miersch, Sprecher der Parlamentarischen Linken: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass unsere Basis noch einmal einem Koalitionsvertrag zustimmt.“ SPD-Schatzmeister Dietmar Nietan sagte: „Nach den Erfahrungen dieses Wahlkampfs ist eine Neuauflage der Koalition für unsere Basis keine Option mehr.“

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