Schrecken verloren

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Fünf Kandidaten für den französischen Präsidentenposten sind im TV-Duell aufeinandergetroffen. Doch nicht nur in Paris haben die Befürchtungen, die Rechtspopulistin Marine Le Pen könnte die Wahl gewinnen, zuletzt abgenommen. Und das, obwohl François Fillon, der Spitzenkandidat der Konservativen, die Favoritenrolle wegen der Affäre um die mutmaßliche Scheinbeschäftigung seiner Frau und seiner Kinder verloren hat.

 Ganz offenbar kann Le Pen davon nicht profitieren. Die meisten düpierten Rechtswähler zeigen wenig Neigung, zu ihr überzulaufen. Der Grund? Die Justiz ermittelt auch gegen die Rechtsextremistin, und zwar nicht nur wegen Scheinbeschäftigung, sondern auch wegen Steuerhinterziehung sowie illegaler Parteien- und Wahlkampffinanzierung.  

 In den Umfragen konnte sich daher der parteilose Emmanuel Macron knapp vor Le Pen schieben. Experten gehen mittlerweile davon aus, dass es zu einem Stichwahlduell zwischen Macron und Le Pen kommen wird, welches Macron laut Umfragen deutlich gewinnen würde.

Die Frage ist nur, ob man diesen Prognosen nach den schlechten Erfahrungen beim Brexit und bei der US-Präsidentenwahl trauen kann. Die Antwort lautet: Eher ja. Le Pen hat zwar eine sehr stabile Wählerbasis von mindesten 25 Prozent. Aber die absolute Mehrheit scheint für sie kaum greifbar. Zum einen, weil 58 Prozent der Franzosen der Meinung sind, dass sie eine Gefahr für die Demokratie darstellt. Zum zweiten sind 72 Prozent strikt gegen den von Le Pen anvisierten Austritt aus dem Euro. Vor diesem Hintergrund deutet vieles darauf hin, dass Angela Merkel vergangene Woche im Kanzleramt tatsächlich Frankreichs nächsten Präsidenten empfing.

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