Schilderwald in Templin

Ein evangelischer Pfarrer aus Templin zieht wegen eines Schildes für die Nudelmesse der "Pastafaris" vor Gericht.

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Schilder sind in Deutschland ja ohnehin so ein Thema. Kaum ein Bereich des öffentlichen Lebens ist derart millimetergenau reglementiert. Wer wo wann und wie groß Schilder im öffentlichen Raum anbringen darf, dafür hat jedes Bundesland penible Vorschriften. Allerdings sind Vorschriften und Verordnungen nicht alles, wie Rüdiger Weida aus Templin am Dienstag erfahren musste. Weida ist Vereinsvorsitzender, und nicht irgendeiner: Er steht der "Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters Deutschland" vor, einer Weltanschauungsgemeinschaft, die trotz ihres unernsten Namens durchaus ernsthafte Ziele hat: die Förderung wissenschaftlicher Weltanschauungen - als Gegenentwurf zu fundamentaler Religiosität gewissermaßen.

Weida hatte sich in den vergangenen Tagen eine gewisse bundesweite Prominenz erarbeitet, weil er in seinem Heimatort Templin in Brandenburg Schilder angebracht hatte, die für die wöchentlichen Nudelmessen der "Pastafaris", wie sie sich nennen, werben - direkt unter den Schildern von katholischer und evangelischer Kirche.

Der evangelische Templiner Pfarrer Ralf-Günther Schein zeigte sich verärgert über die neue Konkurrenz. "Anmaßend" nannte er Weidas Schilder in einem E-Mail-Wechsel - ungeachtet der Tatsache, dass Weida eine schriftliche Genehmigung der Straßenmeisterei hatte und immer noch hat.

Was Weida auch noch hat, ist jede Menge unfreiwilliger Behördenkontakt. Denn die Straßenmeisterei entfernte die Schilder am Montagabend - ohne ihm Bescheid zu sagen, wie Weida betont. Also erstattete er am Dienstag zunächst Anzeige und ließ dann neue Schilder anfertigen und anbringen. "Die Genehmigung wurde nicht aufgehoben", betont er. "Es kann nicht sein, dass eine Behörde so handelt und die Schilder einfach in einer Hau-Ruck-Aktion abhängt."

Weida will sich auf die geltenden Vorschriften berufen und notfalls vor Gericht ziehen. "Ein Anwalt ist eingeschaltet, er prüft das jetzt." Denn so viel steht fest: Bei Schildern hört in Deutschland der Spaß auf.

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