Schäuble belebt Debatte um Rente mit 70 wieder neu

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Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU).  Foto: 

In der CDU reißt die Debatte um eine Erhöhung des Renteneintrittsalters trotz des kategorischen Neins von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nicht ab. „Es entspricht einer gewissen Denknotwendigkeit, dass bei weiterhin steigendem Lebensalter die Altersgrenze in der Rentenversicherung nicht für alle Zeiten festgemauert stehen bleiben kann“, sagte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) der „Rheinischen Post“. Eine Debatte im Wahlkampf lehnte er jedoch ab.

Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) kritisierte die CDU: Merkels „Machtwort hatte nicht einmal eine Woche Bestand“, sagte sie. „Der Absage von Angela Merkel an eine Rente mit 70 ist in der Union nicht mehrheitsfähig.“ Mit Schäuble habe ihr wichtigster Minister heute klar gemacht, dass die Union die Rente mit 70 wolle. „Mit der SPD wird es das nicht geben, denn für viele wäre das schlicht eine Rentenkürzung.“

Schäuble schränkte seine Aussage etwas ein: „Wir erhöhen das Renteneintrittsalter bereits schrittweise bis 2030 auf 67 Jahre“, sagte der Bundesfinanzminister. Wenn nach der Wahl aber eine Kommission zur Zukunft der Rente eingesetzt werde, „sollte diese über alle relevanten Fragen nachdenken dürfen“. Auch Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) fordert eine Debatte um das Renteneintrittsalter. "Es darf keine Tabus bei dieser Diskussion geben", sagte Tillich den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland.  Er forderte, zunächst die Freiwilligen später in Rente gehen zu lassen.

Die Grünen-Spitzenkandidatin Katrin Göring-Eckardt warnte die Wähler vor einer Stimme für die Union. „Die Offenheit von Wolfgang Schäuble macht klar: Wer CDU wählt, bekommt die Rente mit 70“, erklärte sie. „Das Wort der Kanzlerin in der Rentenfrage zählt nur bis zum Wahltag.“

Merkel hatte im TV-Duell mit SPD-Herausforderer Martin Schulz eine weitere Erhöhung des Renteneintrittsalters auf 70 Jahre klar ausgeschlossen.

Rente mit 70 im Wahlkampf: Falsches Thema

Ziemlich verzweifelt sucht die SPD nach Aufregerthemen, um gegenüber der Union doch noch Boden gut zu machen. Die Rente mit 70 kommt da wie gerufen, weil ein steigendes Rentenalter bei den Betroffenen höchst unpopulär ist. Viele würden am liebsten möglichst früh in Rente gehen, dann aber steinalt werden. Jeder weiß, dass diese Rechnung nicht aufgehen kann. Aber Wünsche äußern darf man ja.

Nun wollen weder Wolfgang Schäuble noch ein anderer Politiker schon morgen die Rente mit 70 einführen. Erst einmal läuft in vielen Trippelschritten die Anhebung auf 67 Jahre, die 2031 abgeschlossen ist. Bis dahin gibt es überhaupt keinen Handlungsbedarf.

Allerdings spricht viel dafür, dass auch danach die Lebenserwartung weiter steigt. Also muss überlegt werden, wie die Konsequenzen zwischen Jungen und Alten verteilt werden sollen. Klar ist nur: Keine Seite wird bereit sein, sie alleine zu tragen. Also muss wohl auch das Rentenalter weiter in kleinen Schritten steigen. Gleichzeitig muss es Hilfen für diejenigen geben, die so lange nicht durchhalten. All das muss in Ruhe diskutiert werden und nicht hoch emotional im Wahlkampf.

Ein Kommentar von Dieter Keller.

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Kommentare

24.09.2017 00:04 Uhr

titanic

Erstaunlich wie wenig kreativ diese Idioten sind!
Meine (end)Lösung:
Die Rente ist sicher.
Für die 20% Ältesten in diem Lande.
Fertig. Basisrente.

Wer darauf nicht warten will, sollte sich
a) rechtzeitig ein paar Kinder zulegen oder
b) das Geld, was er eben nicht in Kinder investiert, gut anlegen!

Mit freundlichen Grüßen

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12.09.2017 09:54 Uhr

So eine verwirrter Mensch

Bis 70 Schaffen der iss wohl dood im Kopp genau wie der Gauss.

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