Saudis freuen sich auf den Besuch des US-Präsidenten Donald Trump

Donald Trumps erste Auslandsreise seiner Amtszeit als US-Präsident führt ihn nach Riad. Die Gastgeber trommeln eigens dafür 55 muslimische Nationen zusammen.

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Sie trafen sich schon einmal im Weißen Haus: US-Präsident Donald Trump und der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman.  Foto: 

Schon im Wahlkampf hatte Donald Trump das ölreiche Königreich gönnerhaft mit guten Noten bedacht. „Saudi-Arabien, mit denen komme ich klar“, brüstete sich der Immobilien-Mogul auf einer Wahlkampfveranstaltung in Alabama. „Sie kaufen Apartments von mir, sie geben 40 oder 50 Millionen Dollar aus“, rief er. „Ich mag sie sehr.“ So sehr, dass ihn nun seine erste Auslandsreise als US-Präsident direkt nach Riad führt, vor jeder anderen befreundeten Nation in Amerika, Asien oder Europa.

Am Freitag trifft der Mann aus dem Weißen Haus auf der Arabischen Halbinsel ein, dem gleichen Tag, an dem Saudi-Arabiens Intimfeind Iran seinen nächsten Präsidenten wählt. Am Montag reist Trump dann weiter nach Israel und zu Papst Franziskus nach Rom, bevor er am Nato-Gipfel in Brüssel und anschließend am G-7-Gipfel auf Sizilien teilnimmt. „Saudi-Arabien ist der Hüter der beiden heiligsten Stätten des Islams“, begründete der US-Präsident seine Entscheidung und ließ ankündigen, er werde in Riad eine historische Rede halten über „die friedliche Vision des Islams“ und den Kampf gegen den Terror. Als Publikum trommelten seine  Gastgeber für Sonntag die ­Staatschefs von 55 muslimischen Nationen zusammen, eingeladen ist auch der vom Internationalen Strafgerichtshof per Haftbefehl gesuchte sudanesische Präsident Omar Bashir.

„Die Ansicht, Amerika sei islamfeindlich, ist vom Tisch“, frohlockte der saudische Außenminister Adel al-Jubeir, dessen Heimat seit Jahrzehnten Premiumkunde der amerikanischen Rüstungsindustrie ist. Trumps prestigeträchtige Auftaktvisite erkauften sich die Saudis im März mit dem größten Waffendeal aller Zeiten, als Vizekronprinz und Verteidigungsminister Mohammed bin Salman in Washington mit einem Schlag Geschäfte im Wert von mindestens 100 Milliarden Dollar verabredete. Dass das Donald Trump ins außenpolitische Weltbild passt, dafür spricht auch seine zweite Nahoststation in Israel, wo man das Treiben Teherans genauso grollend verfolgt wie in der Golfregion.

Trotzdem könnte die Euphorie in Riad verfrüht sein. Im US-Kongress wächst der Unmut über den Krieg der Saudis im Jemen, der das Nachbarland verwüstet und Al Kaida so stark wie nie zuvor gemacht hat. Derzeit breitet sich in der Hauptstadt Sanaa eine Cholera-Epidemie aus.

Der aufgekratzten Stimmung am Hofe tut all dies keinen Abbruch. Zum Besuch des US-Präsidenten stellten die Saudis eigens eine Website mit dem Motto „Gemeinsam siegen wir“ ins Netz. Darauf tickt eine grüne Cowntown-Uhr hin zu dem Augenblick, an dem der „historische Gipfel“ in Riad beginnt.

Von Saudi-Arabien aus geht es für US-Präsident Donald Trump weiter nach Israel, dort trifft er Präsident Reuven Rivlin und Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. Einen Tag später will er in Bethlehem Palästinenserpräsident mit Mahmud Abbas zusammenkommen, bevor er nach Italien fliegt. Von dort aus geht es nach Belgien zum Treffen mit EU-Spitzen sowie zur Teilnahme am Nato-Gipfel mit Staats- und Regierungschefs aus 25 Ländern. Freitag und Samstag sind für den G7-Gipfel reserviert. dpa

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