Putin verhandelt mit der "Marionette"

Erster direkter Kontakt: Der russische Präsident Putin und sein ukrainischer Amtskollege Poroschenko treffen sich kommende Woche in Weißrussland.

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Die Präsidenten Russlands und der Ukraine wollen miteinander sprechen. Wie das Büro des ukrainischen Staatschefs Petro Poroschenko erklärte, werde dieser am Gipfeltreffen der Ukraine mit der Zollunion Kasachstans, Russlands und Weißrusslands am 26. August in Minsk teilnehmen. Auch die EU-Kommissare für Außenpolitik, Handel und Energiefragen, Catherine Ashton, Karel de Gucht und Günther Oettinger, sind eingeladen.

Offiziell will man vor allem die Handelsbeziehungen der Ukraine zur Zollunion nach der Unterzeichnung des Freihandelsabkommen mit der EU besprechen, außerdem den Gaskonflikt zwischen Kiew und Moskau. Putins Pressesprecher ließ offen, ob sein Chef auch mit Poroschenko unter vier Augen reden werde. Aber die Zeitung Kommersant berichtet unter Berufung auf Quellen im russischen Staatsapparat, ein solches Treffen werde vorbereitet. Als Initiator des Prozesses gilt Weißrusslands Staatschef Alexander Lukaschenko, der schon Anfang August vorgeschlagen hatte, die Führer der eurasischen Troika und der Ukraine müssten "sich zusammensetzen und reden".

"Dass beide Staatschefs einen direkten Dialog aufnehmen, ist schon sehr gut", sagte der Moskauer Politologe Stanislaw Belkowski der SÜDWEST PRESSE. "Bisher hat Putin Verhandlungen mit Poroschenko abgelehnt, weil er ihn als Marionette der USA betrachtet." Aber Amerika wolle nicht mit Putin verhandeln. "Putin ist mit seinen Ideen in der Ukraine gescheitert, neue Ideen hat er nicht." Allerdings zweifeln viele Beobachter, ob der Gipfel den Durchbruch zu einer Friedenslösung bringe. "Beide Seiten wollen demonstrieren, dass eine diplomatische Lösung möglich ist", sagt der italienische Osteuropaexperte Giuseppe D'Amato. "Aber bisher blieben alle Verhandlungen ohne Resultat, offenbar warten alle auf eine militärische Entscheidung."

Die ist bisher nicht in Sicht. Ukrainische Medien meldeten gestern heftige Gegenangriffe prorussischer Rebellen im Kampf um die Stadt Ilowaisk, russische Artillerie soll über die Grenze den Ort Ambrosijewku im Gebiet Donezk bombardiert haben, insgesamt kamen in der Region laut der Nachrichtenagentur UNIAN von Mittwoch auf Donnerstag 34 Zivilisten um.

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