Putin muss für Militärbasen tief in Tasche greifen

Russlands Stützpunkte bei Nachbarn werden zum teuren Vergnügen. So will etwa Aserbaidschan den bisherigen Mietpreis um das 40-fache erhöhen.

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Russland droht der Verlust seiner Militärbasen in mehreren ehemaligen Sowjetrepubliken. Aserbaidschan, Tadschikistan und Kirgistan fordern von Moskau teilweise drastische Mieterhöhungen für Objekte, die die russischen Streitkräfte seit Jahrzehnten nutzen.

Seit Monaten können sich Russland und Aserbaidschan nicht auf eine Verlängerung des Pachtvertrages der aserbaidschanischen Radarstation in Gabal einigen, der Ende des Jahres ausläuft. Baku fordert statt bisher 7 Millionen 300 Millionen Dollar pro Jahr, mehr als 40 Mal soviel wie bisher. Die Radarstation, die alle Raketenstarts im Umkreis von 6000 Kilometern verfolgt, gilt als strategisch wichtig, auch wegen ihrer Nähe zum benachbarten Iran.

Beobachter vermuten, die junge Öl- und Gasmacht Aserbaidschan, die sich mehr als andere Staaten der Region von Russland emanzipiert hat, wolle Moskau mit diesem Wucherpreis zwingen, im Dauerkonflikt mit Armenien um Berg Karabach die aserbaidschanische Seite zu stützen. Allerdings ließ Duma-Sprecher Sergei Narischkin durchblicken, dass Russland sich in dem Streit weiter als neutraler Vermittler betrachtet. Auch soll eine neue russische Radaranlage in Armawir in der Erprobung sein, deren Reichweite 2,5 Mal höher sein soll.

Aber auch Tadschikistan und Kirgistan, Länder die militärisch und wirtschaftlich viel stärker auf Russland angewiesen sind, fordern mehr Geld. Wie die Zeitung Kommersant schreibt, will Kirgistan die 2014 auslaufende Pacht für ein militärisches Nachrichtenzentrum in Kara-Balta, ein radarseismographisches Laboratium in Majluu-Suu und eine Erprobungsbasis für U-Boot-Waffen in Karakol erhöhen. Nach Angaben des kirgisischen Verteidigungsministerium zahlt Russland für die Anlagen jährlich 4,5 Millionen Dollar. Wie viel mehr Kirgistan, mit fast 500 Millionen Dollar bei Russland verschuldet, nun verlangen will, ist unbekannt.

Das benachbarte Tadschikistan fordert für den Stützpunkt der 201. russischen Brigade in Duschanbe laut Kommersant künftig 250 Millionen Dollar Pacht im Jahr. Dazu beklagen sich russische Militärs über eine ganze Reihe unklarer oder unzumutbarer Bedingungen im neuen tadschikischen Pachtvertrag.

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