Porträt: Tim Kaine, Clintons Kandidat für die Vize-Präsidentschaft

Am Montag beginnt in Philadelphia der Nominierungsparteitag der Demokraten. Hillary Clinton hat den Senator Tim Kaine als Vize benannt.

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Clintons designierter Vize: Tim Kaine.  Foto: 

Donald Trumps unaufhörliche Tiraden gegen die politisch Etablierten haben bei Hillary Clinton offenbar keinen Eindruck hinterlassen. Die Präsidentschaftskandidatin der Demokraten hat den Karrierepolitiker Tim Kaine (58) zu ihrem designierten Stellvertreter ernannt. Mit der Berufung des politisch gemäßigten Senators aus Virginia versucht die ehemalige US-Außenministerin, eine Gratwanderung zu meistern. Einerseits geht sie auf Nummer sicher, denn sie entschied sich für einen berechenbaren Kandidaten, der wie Clinton selbst ein Garant für die Fortsetzung der Politik von Präsident Barack Obama ist. Doch in einem Wahljahr, dem  Außenseiter wie Trump und Bernie Sanders ihren Stempel aufgedrückt haben, setzt sie sich erneut der Kritik aus, ausschließlich auf Insider zu setzen, die eng mit jenen Lobbyisten verflochten sind, gegen die Amerikas Wähler seit Monaten rebellieren.

Der Jurist begann seine Karriere als Rechtsanwalt, der für die Rechte ethnischer Minderheiten eintrat, die wegen ihrer Herkunft Opfer von Diskriminierung waren. In Virginia diente sich der dreifache Vater vom Bürgermeister der Hauptstadt Richmond bis zum Gouverneursamt hoch und vertritt den Staat seit 2013 im US-Senat. Seine Positionen sind fast deckungsgleich mit denen des Präsidenten: Kaine fordert mehr Toleranz in der Einwanderungspolitik und Gleichberechtigung für gleichgeschlechtliche Partnerschaften. Obwohl der Sohn eines Schweißers aus Minnesota als gläubiger Katholik aufwuchs und Schwangerschaftsabbruch persönlich ablehnt, will er trotzdem jeder Frau das Recht einräumen, über Abtreibungen frei zu entscheiden. Den Truppenabzug aus Afghanistan unterstützt er ebenso wie das umstrittene Nuklearabkommen mit dem Iran und steht voll hinter Obamas Politik im Anti-Terrorkampf. Einen entscheidenen Vorteil wird Clinton die Tatsache bringen, dass ihr Vize vor seinem Studienabschluss als Missionar in Honduras arbeitete und fließend spanisch spricht. Damit dürfte sichergestellt sein, dass Trump bei der am stärksten wachsenden Wählerschicht, den Latinos, die für die Wahl durchaus entscheidend sein könnten, leer ausgehen wird.

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