POLITISCHES Buch: Wohin mit dem Wissen?

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Wissen ist Macht, daher lässt sich an der Geschichte des Wissens auch ablesen, zu welchen Zeiten und in welchen Regionen der Welt intellektuelle Machtzentren entstanden und untergegangen sind. Die Frage allerdings, ob sich die digitale Informationsgesellschaft durch die sozialen Netzwerke und die schier grenzenlose Verbreitung von Wissen über Google, Wikipedia sowie andere jedermann zugängliche Datenbanken so stark demokratisiert hat, dass sich die traditionellen Hierarchien des Wissens definitiv auflösen, muss einstweilen unbeantwortet bleiben.

Trotz dieser Offenheit liefert Peter Burke nach seinem früheren Buch "Papier und Marktgeschrei" erneut eine Sozialgeschichte über die Gewinnung, Verarbeitung, Verbreitung und Nutzung von Wissen ab, die sich nun bis in die Gegenwart vorarbeitet und die letzten 250 Jahre in den Blick nimmt. Er zeigt, wie mit Wissen, das er als die gegarte Form des Rohstoffs Information definiert, Politik gemacht wurde, widmet sich den bekannten Geistesgrößen, Forschern und Entdeckern wie den weniger prominenten "Gatekeepern", die als Kontrolleure über die Vermittlung und Weitergabe, aber auch über Desinformation und Unterdrückung entschieden.

Die Beschleunigung in der Informationsgesellschaft unserer Tage verschärft das Problem, dass Menschen nur eine gewisse Menge von Nachrichten und Erkenntnissen aufnehmen können. Dem Reichtum an Wissen steht die Armut an Aufmerksamkeit gegenüber.

Info Peter Burke, Die Explosion des Wissens. Von der Encyclopedie bis Wikipedia. Wagenbach Verlag, Berlin 2014. 392 Seiten. 29,90 Euro.

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