POLITISCHES BUCH: Vierte Macht im Mainstream

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"Ein außergewöhnliches Debattenbuch", so verspricht es der Klappentext. Doch dann entpuppt sich die Sammlung von Interviews, Gesprächen und Porträts als zwar interessante, aber gängige Form journalistischer Selbstbespiegelung. Und der Anspruch des Autors, "die wichtigsten Journalisten" über ihre Verantwortung in Zeiten vielfältiger Krisen befragt zu haben, kommt denn doch ein bisschen großspurig daher - allenfalls ein Teil der 25 Gesprächspartner dürfte bei kritischer Betrachtung zu den "Journalistengrößen" der Republik zählen, wenn es einen solchen exklusiven Zirkel objektiv überhaupt gibt.

Immerhin räumt Dirk C. Fleck ein erkennbares Manko seiner Auswahl ein: Nur zwei Frauen, die TV-Moderatorinnen Anne Will und Anne Gesthuysen, gaben bereitwillig Auskunft über ihre Rolle als Angehörige der "Vierten Macht", wie die Medien im Buchtitel bezeichnet werden. Dazu gesellt sich ein einordnendes Nachwort von Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt, die mehr Hintergrund und Investigation fordert, weniger Tagesaktualität und Aufregung.

Erhellend erscheint die Selbsteinschätzung von unbestrittenen Meinungsführern wie Kai Diekmann ("Bild") oder Giovanni di Lorenzo ("Die Zeit"), die ihren Einfluss auf Stimmungen im Volk eher niedrig bewerten. Das Bekenntnis aller Beteiligten zur kritischen Aufklärung im Schatten von Finanz- und Umweltkrisen liest man gern, und doch bleibt ebenso sehr der Satz von Harald Schumann haften: "Die Masse der Journalisten schwimmt mit dem Mainstream." Info Dirk C. Fleck, Die vierte Macht. Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg. 318 Seiten. 22,99 Euro.

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