POLITISCHES BUCH: Leidensweg in Stalins Land

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"Gelobtes Land" ist die dokumentarische Vorgeschichte von Eugen Ruges Romanerfolg "In Zeiten des abnehmenden Lichts": Ein deutscher Jungkommunist flieht vor der Nazi-Barbarei in Stalins "gelobtes Land". Doch er kommt vom Regen in die Traufe. "Wir waren immer Hitlergegner, auch als alle den Hitler-Stalin-Pakt bejubelt haben", sagt einer seiner Freunde. Nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion 1941 habe er sich alles vorstellen können, "nur das hier nicht". Gemeint sind Verfolgung, Inhaftierung und menschenverachtender Lageralltag für zahlreiche aus Deutschland stammende Kommunisten. Nach der Hetzjagd in der Heimat mussten sie in der Sowjetunion einen neuen Leidensweg antreten.

Der spätere renommierte DDR-Historiker Wolfgang Ruge, Vater des Deutschen Buchpreisträgers Eugen Ruge, hat diese Odyssee - 15 Jahre Haft in der sibirischen Taiga bis zu seiner Ausreise 1956 in die DDR - aufgezeichnet und seinem Sohn als Vermächtnis hinterlassen.

Der Text wurde in der DDR nie veröffentlicht. Die detaillierten Aufzeichnungen seines 2006 gestorbenen Vaters erinnern an die Schreckens- und Irrwege eines Simplicius Simplicissimus von Grimmelshausen im Dreißigjährigen Krieg, vor allem aber rufen sie die epochemachenden Bücher über die sowjetischen Schreckenslager von Alexander Solschenizyn, "Archipel Gulag" und "Ein Tag im Leben des Iwan Dennissowitsch" in Erinnerung. Ein Buch, das auch zum besseren Verständnis des Bestsellererfolges von Eugen Ruge beiträgt. Info Wolfgang Ruge: Gelobtes Land - Meine Jahre in Stalins Sowjetunion. Herausgegeben von Eugen Ruge, Rowohlt Verl., 490 Seiten, 24,95 Euro.

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