POLITISCHES Buch: DDR hautnah

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Aus. Ein. Aus. Ein. Dorit Linke nimmt den Leser im Rhythmus ihrer Atmung mit auf die Flucht aus der DDR. Über die Ostsee, von War- nemünde nach Fehmarn. Die ehemalige DDR-Leistungssportlerin hat mit leichter Hand ein eindringliches Buch geschrieben. Die spannende Erzählung vom Wettkampf gegen Naturgewalten und Grenzpatrouillen verwob sie mit Episoden aus ihrer Jugend in Rostock. Geschichten von Gängelei und Willkür, vom Wehrkundeunterricht in der Schule und der Politisierung der Lehrpläne.

Dorit Linke erzählt DDR-Geschichte aus eigenem Erleben. Hanna, die Hauptperson des Romans, und ihr Freund Andreas geraten in die Mühlen des Systems, das allen, die - aus welchen Gründen auch immer - als Republikfeinde abgestempelt wurden, den Zugang zu Bildung, Beruf und Karriere verweigerte und persönliche Perspektiven zerstörte. Das Buch hat auch humorvolle Seiten. Linke schildert viele Details über die Mühen des DDR-Alltags, und Sachsen-Jensi, einer der Protagonisten, streut immer wieder Witze über den Sozialismus ein, mit denen die Bürger ihr Leben oft sehr gelungen karikierten. Es ist eine große Stärke der Erzählung, dass sie nicht in Einseitigkeit verfällt. Als Sachsen-Jensi mit seiner Familie nach Hamburg ausreisen soll, zögert er: "Ich weiß gar nicht, ob ich es will." Für andere, wie Hanna und Andreas, gibt es kein Halten. Ein gelungenes, wichtiges Buch - nicht nur, aber besonders für junge Menschen, die 25 Jahre nach dem Fall der Mauer Genaueres über den SED-Staat erfahren wollen. Info Dorit Linke: Jenseits der blauen Grenze. Magellan Verlag, Bamberg 2014. 303 Seiten, 16,95 Euro.

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