Passiv - aktiv - Abseits absurd

Das Thema passives Abseits im Fußball und die geplante Regeländerung sorgen für Gesprächsstoff. Ab dem 1. Juli wird anders gepfiffen.

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Es wird ja immer wieder behauptet, Fußball sei deshalb so populär, weil die Regeln einfach sind. Das stimmt natürlich nicht. Die Abseitsregel ist die komplizierteste überhaupt. Es sei denn, man nimmt es mit Hennes Weisweiler. Die Trainerlegende hat die Frage nach dem Wesenszug des Abseits einmal so erklärt: "Abseits is", wenn dat lange Arschloch zu spät abspielt." Weisweiler war mal Trainer bei Borussia Mönchengladbach. Und da spielte der lange Günter Netzer. Einfach auch dieses Entscheidungkriterium: Abseits ist, wenn der Schiedsrichter pfeift.

Offside, wie der Schweizer zu sagen pflegt, oder nicht - darüber wird gestritten wie über nichts anderes im Fußball. Jeder Versuch, die Regel einfacher zu fassen, scheiterte bisher. Nun hat der Weltverband Fifa den nächsten Versuch unternommen - und der wird sich erneut als untauglich herausstellen. Allein deshalb, weil alles, was mit dem passiven Abseits zusammenhängt, von vornherein ins Absurde führt. Einflussnahme aufs Spiel oder nicht, das ist der strittige Punkt. Und der wird durch die neue Regelauslegung, die ab 1. Juli gelten soll, eben nicht klarer definiert.

Ein Spieler steht im passiven Abseits, wenn er nicht ins Spielgeschehen eingreift. Bekommt er den Ball nach einer Abwehraktion des Verteidigers und trifft, gilt der Treffer. So die bisherige Regel. Nach der neuen Auslegung würde der Stürmer nunmehr im aktiven Abseits stehen und das Tor aberkannt. Die Fifa will damit verhindern, dass ein am Angriff unbeteiligter Stürmer einen Vorteil aus einer unglücklichen Abwehraktion des Gegners zieht - und macht damit alles nur noch schlimmer.

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