Papst-Titelbild: "Titanic" legt Widerspruch ein

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Die "Titanic" will sich vom Heiligen Stuhl ihr Papst-Titelbild nicht verbieten lassen. Die Anwältin des Satiremagazins werde Widerspruch gegen eine einstweilige Verfügung des Hamburger Landgerichts einlegen, sagte Chefredakteur Leo Fischer. Das Blatt ziehe "notfalls bis vors Jüngste Gericht".

Der Deutsche Journalisten-Verband stellte sich auf die Seite der Zeitschrift. Bundesvorsitzender Michael Konken sagte: "Auch der Papst muss sich Satire gefallen lassen." Er werde als Sinnbild der "Vatileaks"-Affäre dargestellt, bei der geheime Texte aus dem Vatikan publik wurden. "Über Geschmack lässt sich streiten, aber die Darstellung fällt unter die Freiheit der Satire."

Das sieht die Deutsche Bischofskonferenz anders. Für Sprecher Matthias Kopp ist das eine "Entgleisung". Der Papst werde gedemütigt und verächtlich gemacht. "Hier ist nicht nur die Grenze des guten Geschmacks überschritten gewesen, hier wurden Grenzen missachtet."

Richter hatten entschieden, dass der Titel die Persönlichkeitsrechte von Benedikt XVI. verletze. "Titanic" darf unter Androhung eines Zwangsgeldes von 250 000 Euro die Hefte nicht weiter verbreiten und die Bilder nicht im Internet veröffentlichen. Das Blatt hatte getitelt "Die undichte Stelle ist gefunden" und den Papst von vorn und hinten mit gelbem und mit braunem Fleck auf der Soutane gezeigt.

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Kommentare

12.07.2012 17:33 Uhr

Feige und total unwitzig

Liebe Titanic-Macher, wenn Sie wirklich Eier haben, machen Sie das gleiche Titelbild doch mal mit dem Propheten einer anderen großen Weltreligion.
Ansonsten ist es absolut unwitzig, einen Menschen, der an Inkontinenz leidet, so darzustellen, egal ob Papst oder Max Mustermann.
Dagegen sind unsere berüchtigten Privatsender ja ein Hort höchster Kultur und Witzigkeit!
Aber darum geht es Ihnen ja auch gar nicht. Sie waren offensichtlich nur auf billige Werbung für Ihr Blättchen aus, und das ist Ihnen ja offensichtlich gelungen.

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