Papst-Reise nach Ägypten: Eine schwierige Mission

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Das offizielle Logo verströmt Optimismus. „Der Papst des Friedens in dem Ägypten des Friedens“, prangt auf den Plakaten, die zum Besuch von Franziskus die Straßen Kairos säumen. Im Zentrum stehen Kreuz und Halbmond einträchtig nebeneinander, um die friedliche Koexistenz von Christentum und Islam zu symbolisieren. Doch die hell-
blau-rosigen Farben täuschen, die Visite des katholischen Oberhauptes in der wichtigsten arabischen Nation fällt in aufgewühlte Zeiten. Noch nie zuvor haben islamische Gewalttäter ihre Religion so systematisch in Verruf gebracht. Noch nie wirkte das religiöse Establishment der Arabischen Welt so hilflos und verloren, gefangen in einem theologischen Kosmos, der sich in den letzten Jahrhunderten kaum verändert hat. Das Bildungsniveau der Prediger ist viel zu oft miserabel. Zur offenen Auseinandersetzung mit der modernen Welt fehlt ihnen das geistige Rüstzeug. Stattdessen sonnen sich die staatlich alimentierten Religionsbeamten in ihrer angeblich gottgegebenen Autorität.

Aber auch Existenz und Überleben der christlichen Minderheiten im Orient waren noch nie so bedroht. In Irak und Syrien sind ganze Volksgruppen aus ihren Siedlungsgebieten vertrieben. In Ägypten griffen Selbstmordattentäter in einer beispiellosen Terrorserie drei Kirchen an und töteten 75 Gottesdienstbesucher. Einer der Dschihadisten sollte sogar das koptische Oberhaupt mit in den Tod reißen. Aus dem Nordsinai sind nach einer bestialischen IS-Mordserie inzwischen fast alle christlichen Familien in das Nildelta geflohen. Auf dem Südsinai nahmen Extremisten an Ostern den Polizeiposten unmittelbar unterhalb des weltberühmten Katharinenklosters unter Feuer.

Das also ist die Welt, die Franziskus am Freitag und Samstag mit seiner Botschaft der Versöhnung und des friedlichen Miteinanders betritt. Ohne Zweifel hat der Besuch des Papstes bei Al-Azhar dabei eine besondere Bedeutung, weil damit die unter seinem Vorgänger Benedikt zerrissenen Beziehungen wieder neu geknüpft werden. Die nahöstlichen Christen dagegen erhoffen sich von dem Pontifex Trost und Zuspruch in ihrer zunehmend bedrängten Lage.

Doch so gewinnend und sympathisch der weltoffene Gottesmann aus Argentinien am Nil auch auftreten mag, langfristig positive Wirkungen seines Besuches sind sehr ungewiss. Zu Recht bezweifeln viele in Ägypten lebende Christen, dass engere offizielle Kontakte zwischen Al-Azhar und Vatikan das tägliche Zusammenleben mit den Muslimen tatsächlich verbessert. Denn Vorurteile gegen Christen werden der Bevölkerung von Kindesbeinen an in den staatlichen Schulen eingetrichtert. Salafistische Imame beschimpfen Andersgläubige in ihren Predigten als Gotteslästerer. Und kaum ein moderater Muslim wagt es, den Hetzern und Verbohrten in den eigenen Reihen öffentlich entgegenzutreten. Dem Papst als Gast von außen bleibt da nur, den guten Willen seiner Mitgläubigen zum Dialog und zum Zusammenleben anzubieten. Auf welche Resonanz dies auf muslimischer Seite stößt, liegt nicht in seiner Hand.

leitartikel@swp.de

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