Papst Franziskus beginnt schwierige Ägyptenreise

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An der Markuskathedrale in Kairo heißt ein Plakat Papst Franziskus willkommen. Foto: Amr Nabil

Papst Franziskus beginnt heute seinen zweitägigen Besuch in Ägypten. Das Oberhaupt von 1,2 Milliarden Katholiken will ein Zeichen für den Frieden setzen und für den Dialog der Religionen in dem größtenteils muslimischen Land werben.

Der Besuch steht unter verschärften Sicherheitsbedingungen. Erst am Palmsonntag Mitte April waren mehr als 40 Menschen bei zwei Anschlägen auf Kirchen in Nordägypten umgekommen. Der Besuch in der Hauptstadt Kairo wird sowohl politisch als auch in religiöser Hinsicht als schwierige Gratwanderung gewertet.

Der 80-jährige Franziskus wird unter den Präsidenten Abdel Fattah al-Sisi treffen, dessen Regierung wegen Vorwürfen von Menschenrechtsverletzungen in der Kritik steht. Zudem steht ein Besuch bei dem einflussreichen Großimam der Al-Azhar-Universität, Ahmed Mohammed al-Tajjib, auf dem Programm.

Höhepunkt soll eine internationale Friedenskonferenz in der wichtigsten Ausbildungsstätte des sunnitischen Islams werden. Regierungstreue Medien hatten die Lehrstätte zuletzt kritisiert, weil sie angeblich bei der Modernisierung der Lehre im Kampf gegen den Extremismus versagt habe.

Zudem ist eine Begegnung mit dem Papst der koptischen Christen, Tawadros II., vorgesehen. Franziskus versteht den Besuch nach eigenen Worten als „persönliche Geste des Trostes und der Ermutigung für alle Christen im Nahen Osten“. Er komme als Freund und Friedensbotschafter, sagte er in einer Videobotschaft.

Seit seinem Amtsantritt vor vier Jahren treibt der Pontifex den Dialog mit dem Islam voran. Rund zehn Prozent der mehr als 90 Millionen Ägypter sind Christen, die meisten Kopten. Immer wieder kommt es zu Anschlägen auf Christen. Eine Messe des Papstes am Samstag, zu der rund 25 000 Menschen erwartet werden, findet aus Sicherheitsgründen auf einem Militärflughafen außerhalb Kairos statt.

„Der anstehende Ägypten-Besuch ist keine einfache Herausforderung für Papst Franziskus“, sagte Bundestagsvize Johannes Singhammer in der „Zeit“-Beilage „Christ & Welt“. „Er muss den Dialog mit dem Islam festigen und wenn möglich vertiefen, er muss die Not der Kopten thematisieren und Trost spenden.“

Im Jahr 2000 war Papst Johannes Paul II. als erster Papst in der römischen Kirchengeschichte zum Berg Sinai gepilgert. Von dem biblischen Ort, wo Gott einst im brennenden Dornbusch erschienen und Moses die Zehn Gebote übergeben haben soll, rief er damals Christen, Juden und Muslime zu Dialog und friedlichem Miteinander auf.

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