Opposition Syriens appelliert an die Welt

Der Sprecher der syrischen Opposition, Ahmed Muas al-Chatib hat die Welt eindringlich zum Eingreifen im syrischen Bürgerkrieg aufgefordert.

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Er war äußerlich ruhig, aber erkennbar angespannt: Der Ende 2012 in Katar zum Präsidenten der "nationalen Koalition" der Gegner von Syriens Präsident Baschar al-Assad gewählte Scheich Ahmed Muas al-Chatib hatte während der Münchner Sicherheitskonferenz seinen bisher wohl größten Auftritt auf internationaler Bühne. Der 52-Jährige, ein gemäßigter islamischer Geistlicher, berichtete von den Gräueltaten des Assad-Regimes.

Sogar fünfjährige Kinder würden von den Schergen des Diktators gefoltert. Al-Chatib sprach von 85 nach Folterungen gestorbenen Kindern. Schulen in vermeintlichen Oppositionshochburgen seien bombardiert worden. Gezielt würden auch Bäckereien mit schlangestehenden Frauen beschossen. Auf die "unglaubliche Brutalität" des Regimes in Damaskus reagiere die Staatengemeinschaft "moralisch unangemessen", klagte der Assad-Gegner.

Al-Chatib ist im vergangenen Herbst aus Syrien geflohen, nachdem er mehrmals festgenommen worden war. Er traf sich in München mit US-Vizepräsident Joe Biden, Außenminister Guido Westerwelle und anderen hochrangigen westlichen Politikern. Noch bedeutsamer war der persönliche Austausch mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow - Fotografen waren nicht zugelassen - und dem iranischen Außenminister Ali-Akbar Salehi.

Der Konflikt in Syrien spielte in München eine zentrale Rolle. Auch der UN-Syrienbeauftragte Lakhdar Brahimi war anwesend.

Zumindest nach außen allerdings blieben die Fronten unverändert. Lawrow bekräftigte die Unterstützung Moskaus für die Regierung Assad. Er vertrat sogar die bemerkenswerte These, die in Syrien vorhandenen Chemiewaffen seien sicher, solange sie unter Kontrolle der Regierung Assad blieben: "Die größte Gefahr ist die Möglichkeit, dass die Aufständischen sich der Chemiewaffen bemächtigen könnten." Immerhin sicherten sowohl Moskau als auch Iran, die beiden engsten Verbündeten Assads, der Exil-Opposition weitere Gesprächsbereitschaft zu. Für US-Vize Biden allerdings ist Assad ein "an der Macht klebender Tyrann". Sein Schicksal sei besiegelt: "Er ist nicht länger in der Lage, das syrische Volk zu führen. Er muss gehen."

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