Obama bietet Reduzierung der Atomsprengköpfe an

Fünf Jahre nach seinem umjubelten ersten Berlin-Auftritt ist Barack Obama als US-Präsident mit einer ehrgeizigen Abrüstungsinitiative zurückgekehrt.

|

Ein Vierteljahrhundert nach dem Fall der Mauer will US-Präsident Barack Obama der atomaren Abrüstung neuen Schub verleihen. Die Sicherheit der USA und ihrer Verbündeter könne auch bei einer Reduzierung der Zahl der Atomsprengköpfe um bis zu einem Drittel sichergestellt werden, sagte er gestern in Berlin. Bei seiner Rede vor dem Brandenburger Tor beschwor Obama ebenso wie Kanzlerin Angela Merkel die transatlantische Partnerschaft für Demokratie, Gerechtigkeit und wirtschaftlichen Wohlstand weltweit. Der Besuch hatte einen sehr freundschaftlichen Charakter. Der Präsident wurde von seiner Frau Michelle und seinen zwei Töchtern begleitet.

Obama knüpfte damit an seine Prager Rede vom April 2009 an, als er seine Vision einer atomwaffenfreien Welt formuliert hatte. Er sagte in seiner 30-minütigen Rede, er wolle darüber hinaus mit den Verbündeten eine Reduzierung der taktischen Atomwaffen der USA und Russlands erreichen. "Amerika wird 2016 einen Nuklearsicherheitsgipfel abhalten, um auch Spaltmaterial auf der ganzen Welt zu bannen", sagte er.

Obama verteidigte die Internet-Spähprogramme des US-Geheimdienstes: "Sie helfen dabei, Menschen in Amerika und andernorts zu schützen." Schon zuvor hatte der Präsident bei einer Pressekonferenz mit Merkel gesagt, mindestens 50 Anschläge seien durch diese Praxis vereitelt worden - nicht nur in den USA, sondern auch in Deutschland.

Indirekt übte Obama Kritik an der Sparpolitik der Bundesregierung. Alle Länder müssten den Schwerpunkt auf mehr Wachstum legen. Die US-Regierung sieht den harten Sparkurs in der Euro-Zone seit langem kritisch.

Obama warb auch für einen engagierten Kampf gegen den Klimawandel. Die USA hätten ihren Anteil an erneuerbaren Energien verdoppelt. "Wir müssen aber mehr tun, und wir werden mehr tun."

Der US-Präsident traf während seines 25-Stunden-Besuchs zunächst mit Merkel und Bundespräsident Joachim Gauck zusammen. SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück sagte nach einem Gespräch mit Obama, es gebe bei der Einschätzung der europäischen Finanzkrise viel Übereinstimmung. Obamas Berlin-Besuch endete mit einem festlichen Abendessen im Schloss Charlottenburg.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Themenschwerpunkt

US-Präsident Obama besucht Berlin

Viereinhalb Jahre hat er auf sich warten lassen, monatelang wurde geplant, jetzt ist er da: Barack Obama besucht zum ersten Mal als US-Präsident Berlin.

mehr zum Thema

Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Google & Co: Müssen die Internetgiganten zerschlagen werden?

Google, Amazon, Facebook: Die Digitalisierung hat Firmen hervorgebracht, die kaum Konkurrenz haben. In der analogen Wirtschaft gibt es dafür ein Wort: Monopol. weiter lesen