Neuer Streit um Gentests an Embryonen

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Die umstrittene Präimplantationsdiagnostik (PID) zur Untersuchung von Embryonen auf schwere Erbkrankheiten soll von 2013 an flächendeckend angeboten werden können. Wie aus dem gestern von Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) veröffentlichten Entwurf einer Rechtsverordnung hervorgeht, soll die Zahl der für die PID zugelassenen Zentren nicht begrenzt werden.

Bei der Präimplantationsdiagnostik werden künstlich erzeugte Embryonen vor der Einpflanzung in den Mutterleib auf Erbkrankheiten untersucht. Der Bundestag hatte die Gentests in Ausnahmefällen gestattet. Eine Beratung der Betroffenen über medizinische, psychische und soziale Folgen schreibt die Verordnung vor. Vor der Anwendung muss in jedem Fall eine Ethik-Kommission entscheiden. Sie soll unabhängig arbeiten und aus acht Personen bestehen: vier Medizinern, einem Ethiker, einem Juristen sowie zwei Patientenvertretern.

Ulrike Riedel, die auch Mitglied im Deutschen Ethikrat ist, kritisiert, dass die Anzahl der Zentren und der Ethik-Kommissionen nicht begrenzt wurde. Eine einheitliche Entscheidungspraxis darüber, wann eine PID stattfinden darf, könne damit nicht erreicht werden, sagte sie. Sie warnte vor einem "Kommissionstourismus", weil Paare sich nach negativen Entscheidungen an andere Einrichtungen wenden könnten.

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