Nachts an der Uni . . .

Kampf der Aufschieberitis: Die Universität Tübingen will ihre Studenten mit einem besonderen Event zum Schreiben motivieren.

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In Facebook macht eine Meldung über die Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten an der Universität Tübingen Furore. Begeisterte Kommentare und mehrere Hundert Menschen, die den Button "Gefällt mir" gedrückt haben. Wie Juliette. Sie schreibt: "Na, endlich - Keine Ausrede mehr".

Wahrscheinlich leidet die junge Dame wie viele andere Studenten an der bekannten Aufschieberitis, was die Haus- und Abschlussarbeiten angeht. Das Phänomen taucht bevorzugt in den Semesterferien auf. Zuerst liegt es an der Motivation, dann kommen der Zeitdruck und die Schreibblockade dazu.

Doch Hilfe naht: Bei der ersten Tübinger "Langen Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten" am 1. März trifft man auf Leidensgenossen, kann sich von Mentoren und Tutoren allgemeine und fachspezifische Tipps holen und wird so zum Schreiben motiviert. Von 18 Uhr abends bis 6 Uhr morgens ist der Veranstaltungsort - die Unibibliothek - geöffnet. In zwei großen Sälen können Tübinger Studenten konzentriert an ihren aufgeschobenen Hausarbeiten weiterschreiben. In einem weiteren Raum gibt es Schreib- und EDV-Beratung. Auch die Ausleihtheke ist besetzt. Und es gibt Kinderbetreuung.

Ein Rahmenprogramm begleitet die Studenten durch die Nacht. Der Hochschulsport sorgt etwa mit Massagen und sportlichen Übungen für die nötige Entspannung. Die Cafeteria lockt mit Snacks und Getränken. Ausruhen und schlafen kann man in Ruheecken.

Was im "Eventkostüm" daherkommt, ist ein echtes Anliegen der Veranstalter. Für Rosita Frei und Matthias Beilein vom neu gegründeten Schreibzentrum an der Tübinger Uni, das die "Lange Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten" organisiert, stehen das Schreiben und die Motivation der Studenten im Mittelpunkt. "Manchmal reicht ein einfaches Umdenken", sagt Rosita Frei, "und schon löst sich die Schreibblockade."

Die "Lange Nacht" findet bundesweit an weiteren 14 Universitäten statt, im Süden nur in Tübingen. In den USA machen zwei Unis mit. Liveschaltungen und eine Twitterwall verbinden die Studenten in ihrem "Schreib-Leid" miteinander.

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