Nach LKW-Attentat in Jerusalem: Neue Maßnahmen für mehr Sicherheit

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Die israelische Regierung hat mit drastischen Sofortmaßnahmen auf den LKW-Anschlag in Jerusalem vom Sonntag reagiert. Wer öffentlich mit der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) sympathisiert, kann ab sofort ohne Anklageerhebung inhaftiert werden, wie aus Regierungskreisen verlautete. Das Haus des palästinensischen Attentäters soll laut Medienberichten zerstört und sein Leichnam nicht seiner Familie übergeben werden. Hunderte Menschen nahmen am Montag Abschied von den vier getöteten Soldaten.

Ein Palästinenser hatte am Sonntag seinen Lastwagen gezielt in eine Gruppe von Soldaten gelenkt. Drei Frauen und ein Mann im Alter von 20 bis 22 Jahren wurden getötet und 17 weitere verletzt. Der 28-jährige Attentäter aus Ost-Jerusalem wurde erschossen. Die Hintergründe des Anschlags, die an einem Aussichtspunkt mit Blick auf die Jerusalemer Altstadt verübt worden waren, waren am Montag noch nicht vollständig geklärt.

Regierungschef Benjamin Netanjahu zeigte sich aber überzeugt, dass der erschossene Attentäter Fadi al-Kunbar die IS-Miliz unterstützt habe. Worauf sich seine Einschätzung stützt, sagte er nicht. Außerdem sollen zum Schutz vor weiteren Angriffen dieser Art in Jerusalem und an anderen Orten noch mehr Betonblöcke aufgestellt werden. Israelische Geheimdienste arbeiteten auch intensiv daran, potenzielle Einzeltäter schon im Voraus zu identifizieren.

Bisher hat die Polizei in Dschabel Mukaber neun Palästinenser festgenommen, unter ihnen fünf Angehörige des Attentäters, teilte eine Polizeisprecherin mit.

Die israelischen Sicherheitskräfte gingen bislang davon aus, dass es unter den Palästinensern kaum Unterstützung für die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat gibt. In einer Umfrage erklärten kürzlich lediglich fünf Prozent von ihnen, dass der IS nach ihrer Einschätzung den wahren Islam repräsentiere.

Die im Gazastreifen herrschende radikal-islamische Hamas drohte am Montag Israel mit neuen Anschlägen. Palästinenser würden weiter Angriffe gegen Israel begehen, bis sie das Ziel der Befreiung erreicht hätten, sagte das führende Hamas-Mitglied Muschir al-Masri. dpa/afp

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