Letztes Signal: Nasa-Sonde „Cassini“ in Saturn gestürzt

Nach mehr als zehn Jahren Forschung am Saturn hat sich die Raumsonde „Cassini“ zum Abschluss ihrer Mission kontrolliert in den Planeten gestürzt.

|
Vorherige Inhalte
  • Nach rund 20 Jahren hat die Nasa-Sonde „Cassini“ ausgedient. Foto: DLR 1/6
    Nach rund 20 Jahren hat die Nasa-Sonde „Cassini“ ausgedient. Foto: DLR Foto: 
  • Die aus mehreren Infrarot-Bildern zusammengesetzte Aufnahme zeigt den Saturnmond Titan. Foto: NASA/JPL/ESA 2/6
    Die aus mehreren Infrarot-Bildern zusammengesetzte Aufnahme zeigt den Saturnmond Titan. Foto: NASA/JPL/ESA Foto: 
  • Die Cassini-Aufnahme zeigt den Wirbel eines Sturms am Nordpol des Saturn auf. Foto: NASA/JPL/ESA 3/6
    Die Cassini-Aufnahme zeigt den Wirbel eines Sturms am Nordpol des Saturn auf. Foto: NASA/JPL/ESA Foto: 
  • „Cassini“ war 1997 gestartet und 2004 in der Umlaufbahn des Saturn angekommen. Foto: NASA 4/6
    „Cassini“ war 1997 gestartet und 2004 in der Umlaufbahn des Saturn angekommen. Foto: NASA Foto: 
  • Cassini-Foto vom Saturn-Mond Daphnis in den Ringen des Saturn. Foto: NASA/JPL/ESA 5/6
    Cassini-Foto vom Saturn-Mond Daphnis in den Ringen des Saturn. Foto: NASA/JPL/ESA Foto: 
  • 2125 Kilogramm Technik: Rund 20 Jahre hat „Cassini“ den Saturn und seine Ringe erforscht. Foto: NASA 6/6
    2125 Kilogramm Technik: Rund 20 Jahre hat „Cassini“ den Saturn und seine Ringe erforscht. Foto: NASA Foto: 
Nächste Inhalte

Nach mehr als zehn Jahren Forschung am Saturn hat sich die Raumsonde „Cassini“ zum Abschluss ihrer Mission kontrolliert in den Planeten gestürzt.

Das letzte Signal der Sonde ging um 13.55 Uhr MESZ im Kontrollzentrum der US-Raumfahrtbehörde Nasa im kalifornischen Pasadena ein, nachdem es zuvor von einer Antenne im australischen Canberra empfangen worden war. „Unser Raumschiff hat die Atmosphäre des Saturn erreicht und wir haben die letzte Übertragung bekommen“, teilte die Nasa via Kurznachrichtendienst Twitter mit. „„Cassini“ ist jetzt ein Teil des Planeten, den sie studiert hat. Danke für die Forschung.“

Die 2125 Kilogramm schwere Sonde sollte bei ihrem Absturz wie ein Meteor auseinanderbrechen und die Teile dann in der Atmosphäre verglühen. Bis zuletzt hatten mehrere wissenschaftliche Instrumente an Bord von „Cassini“ gearbeitet und Daten zur Erde gesendet. Bis ein Signal vom Saturn auf der Erde ankommt, vergehen 86 Minuten.

„Ich hoffe ihr seid alle genauso zutiefst stolz auf diese großartige Leistung, eine großartige Mission, ein großartiges Raumschiff und ein großartiges Team“, sagte Missionsdirektor Earl Maize nach dem letzten Signal im Kontrollzentrum, aus dem die Nasa live übertrug. „Ich verkünde jetzt das Ende der Mission.“

Der Abschied von „Cassini“ war notwendig geworden, weil der Treibstoff der Sonde so gut wie alle war. Um jegliche Kontamination der Monde des Saturn zu verhindern, entschied sich die Nasa, „Cassini“ in der Atmosphäre des Planeten verglühen zu lassen. „"Cassini hat uns die Schönheit des Saturn gezeigt. Sie hat das beste in uns hervorgebracht. Nun müssen wir selbst weiter erkunden“, hieß es bei der Nasa auf Twitter. „Jedesmal wenn wir den Saturn am Nachthimmel sehen, werden wir uns erinnern. Wir werden lächeln. Und wir werden zurückkehren wollen.“

Es sei ein Abschied mit „einem lachenden und einem weinenden Auge“, sagte Nasa-Manager Michael Watkins. „Für uns aus dem „Cassini“-Team wird nichts mehr so sein wie es war, jetzt wo das Raumschiff nicht mehr fliegt“, ergänzte seine Kollegin Linda Spilker.

Auch im Esa-Kontrollzentrum in Darmstadt fieberten Forscher mit. „Die Stimmung im Kontrollraum war sicher nicht so angespannt wie beim Start einer Mission“, sagte Paolo Ferri, Bereichsleiter für den Missionsbetrieb bei der ESA in Darmstadt. „In den ersten Jahren hatte die Esa eine sehr aktive Rolle bei der „Cassini“-Mission, da unsere Sonde „Huygens“ als Passagier von „Cassini“ von 1998 bis 2005 mitreiste.“

„Cassini“ war 1997 vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral gestartet und 2004 in der Umlaufbahn des Saturn angekommen. Zum Abschluss der Mission war sie 22 Mal zwischen dem Planeten und seinen Ringen hindurchgetaucht - eine Region, in der zuvor noch nie eine Sonde war. An der rund 3,2 Milliarden Dollar teuren Mission waren Tausende Mitarbeiter aus 17 Ländern beteiligt.

Die Entdeckungen der Sonde, die sich als erste in die Region der Saturn-Ringe gewagt hatte, hatten Wissenschaftler begeistert und das Wissen über den Planeten und seine Ringe revolutioniert. „Cassini“ hatte beispielsweise einen Ozean auf dem Mond Enceladus, der möglicherweise Leben dort zulassen könnte, und flüssige Methan-Seen auf dem Mond Titan entdeckt. Das habe „alles verändert“, sagte Nasa-Manager Thomas Zurbuchen. „Es hat unsere Ansichten durcheinandergeschüttelt über überraschende Orte, an denen man nach potenziellem Leben außerhalb der Erde suchen könnte.“

Deswegen sei das Ende von „Cassini“ auch eigentlich eher ein Anfang, sagte seine Kollegin Spilker. „„Cassini“ ist weg, aber ihr wissenschaftlicher Schatz wird uns noch über Jahre beschäftigen. Wir haben bislang nur an der Oberfläche des Berges an Daten gekratzt, den die Sonde uns zu ihrer Lebzeit überlassen hat.“

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Gaffer von Heidenheim soll mit Video identifiziert werden

Die Polizei hofft, den Gaffer von Heidenheim mit Hilfe von Videoaufnahmen eines Autofahrers identifizieren zu können. weiter lesen