Müßiger Streit

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Vorbeugen ist stets besser als Krankheiten behandeln. Doch über diesen Grundsatz streiten Gesundheitsminister Hermann Gröhe, die Haushaltsprüfer des Bundestags und der Bundesrechnungshof nicht. Es geht um ein anderes Prinzip. Sollen gesetzlich Versicherte für Schutzimpfungen privater Auslandsreisen aufkommen? Oder ist der Flug in ferne Länder Privatsache – samt Risiko, mit einer folgenschweren Erkrankung zurückzukehren?

Wer die Impfungen für wichtige Präventionsmaßnahmen hält wie Hermann Gröhe, muss sie zu Pflichtleistungen der Krankenkassen erklären. Da hat der Bundesrechnungshof recht. Dass das Ministerium aber nicht belegen kann, dass die Behandlung nicht geimpfter erkrankter Versicherter mehr kostet als der Impfschutz, spricht nicht für die oberste Gesundheitsbehörde der Republik.

Haushältern und Prüfern sei eine aktuelle Liste des Centrums für Reisemedizin empfohlen. Sie zeigt, dass nur eine Kasse keine Impfkosten übernimmt. Die übrigen sind sich weitgehend einig, gegen welche Erkrankung sie Schutz gewähren. Warum wenige Kassen bei Impfungen gegen Cholera oder Gelbfieber passen, ist dabei nicht nachvollziehbar.

Der Streit scheint also müßig. Er ist rasch beigelegt, wenn sich Behörden und Kassen einigen, welche notwendigen Schutzimpfungen bezahlt werden. Prüfer und Aufseher der Kassen dürfen sich dann intensiv höchst zweifelhafter Präventionsangebote annehmen. Ein Beispiel: Zu lernen wie man auf High Heels geht, mag Schwielen vorbeugen. Die Solidargemeinschaft muss dafür keine Beiträge entrichten. Das Geld wäre für sinnvolle Therapien besser angelegt, die man Patienten nicht selten ablehnt.

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