Moskau bestreitet von der Leyens Zahlenangabe zu Manöver

|
Die Silhouetten russischer Soldaten im Licht der Abendsonne. Foto: Zurab Kurtsikidze/Archiv  Foto: 

Russland hat Kritik der Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) am geplanten Großmanöver Sapad (Russisch: Westen) zurückgewiesen. Die gemeinsame Militärübung russischer und weißrussischer Soldaten an den Grenzen Polens und Litauens soll am Donnerstag beginnen.

Von der Leyen hatte von 100.000 Soldaten gesprochen. Die Zahl sei völlig aus der Luft gegriffen, sagte der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Generalmajor Igor Konaschenkow, am Samstag in Moskau.

Nach russischen Angaben sollen 12.700 Soldaten an dem Manöver teilnehmen. Ab 13.000 Soldaten müsste Russland nach den Regeln der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit (OSZE) ausländische Beobachter zulassen.

Russland habe den deutschen Militärattaché in Moskau und andere Diplomaten ausführlich über die Übung informiert, sagte Konaschenkow. Auch habe Generalstabschef Waleri Gerassimow mit dem Vorsitzenden des Nato-Militärausschusses, Petr Pavel, über Sapad gesprochen.

In der Nato werden die Moskauer Angaben als unglaubwürdig gesehen, weil neben Sapad viele andere russische Manöver stattfinden. Von der Leyen hatte ihre Angabe am Donnerstag auf Schätzungen östlicher Nato-Länder gestützt.

Der litauische Außenminister Linas Linkevicius rief Russland auf, das Großmanöver zu stoppen. „Wir sind besorgt. Moskau hat 4000 atomwaffenfähige Trägersysteme nach Weißrussland und an die Grenzen des Baltikums verlegt. Dazu kommen wenigstens 30.000 Soldaten. Dieses gefährliche Säbelrasseln muss aufhören“, sagte Linkevicius dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Samstag).

Im Gegensatz zu „Sapad 2013“ verlegt Russland erstmals Truppen auch nach Weißrussland. „Wir fürchten, dass dort die russische Militärpräsenz dauerhaft sein wird“, sagte Linkevicius. Die Annexion der Krim 2014 sei auch durch ein Manöver eingeleitet worden.

Nato-Website

Website zum Nato-Russland-Rat

OSZE-Regeln zu Militärmanövern

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

K.o.-Tropfen: "Finger in den Mund, und spucken Sie es aus"

Immer wieder werden Menschen mit K.o.-Tropfen außer Gefecht gesetzt, anschließend vergewaltigt oder ausgeraubt. Dagegen hilft nur Vorsicht, sagt Achim Andratzek. weiter lesen