Mit der Trompete im Kernspin

Was passiert beim Blasinstrument-Spielen im Körper? Dieser Frage ist die Uni Freiburg nachgegangen. Sie hat Bläser in den Kernspin gelegt.

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Jeder, der das Spielen eines Blasinstruments lernt, versucht zunächst, überhaupt einen Ton herauszubekommen. Ob der quiekt, quietscht oder nur trötet, spielt erst mal keine Rolle. Der Schüler holt Luft, pustet in das Instrument hinein und horcht, was hinten rauskommt.

Je mehr sich der Bläser in sein Spiel vertieft und es verfeinert, umso interessanter wird für ihn, wie der Ton entsteht, welche Rolle die Atmung, die Zunge, der Kehlkopf, die Stimmlippen, das Zwerchfell und andere Innereien spielen. Dieses körperliche Zusammenspiel ist nur zu sehen, wenn es sichtbar gemacht wird. Das ist im Freiburger Institut für Musikermedizin geschehen. Das Institut ist eine gemeinsame Einrichtung der Musikhochschule und des Uniklinikums. Professorin Claudia Spahn und Professor Bernhard Richter, beide Musiker und Mediziner, leiten das Institut. Sie haben Bläser mit Instrumenten in den Kernspintomographen gelegt. Um sichtbar zu machen, was im Kehlkopf passiert, wurde ihnen ein Röhrchen mit einem optischen Sensor durch die Nase in den Rachen eingeführt. Das hat sie vom Spiel nicht abgehalten.

Aus dem, was zu sehen war, wurde eine DVD zusammengestellt. Die gibt es zu kaufen und findet nach Aussage von Claudia Spahn reißenden Absatz. Darüber staunt der Laie. Sie erklärt, dass der Wunsch nach diesem Sichtbarmachen innerer Vorgänge von Bläsern selbst und vom Bund deutscher Blasmusikverbände gekommen ist. Sie wollten wissen, was im Körperinneren passiert, wenn im Außen harmonische Töne zu hören sind. Mit diesem Wissen könne die Spieltechnik verbessert werden, sagt Claudia Spahn. So sei die DVD auch ein Lehrmittel.

Allerdings können nicht alle beteiligten Körperteile bewusst gesteuert werden. Dazu gehören der Kehlkopf und die Stimmlippen. Wie sie beim Flötenspiel arbeiten, ist auf einem Ausschnitt aus der DVD im Internet zu sehen. Ebenso kann dem Zwerchfell bei der Arbeit zugesehen werden, während ein Hornist bläst. Wie wichtig die Zunge beim Trompetenspiel ist, zeigt ein anderer Ausschnitt. Allein diese drei Videos im Internet machen deutlich, was alles zu einem harmonischen Spiel dazugehört. Das kann abschrecken oder herausfordern.

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