Merkel und Gauck bei Trauerfeier der Opfer des Amoklaufs

|
Vorherige Inhalte
  • Bundespräsident Joachim Gauck (l-r), seine Lebensgefährtin Daniela Schadt, Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundesratspräsident Stanislaw Tillich bei dem ökumenischen Gottesdienst für die Opfer des Amoklaufs von München in München. Foto: Angelika Warmuth 1/2
    Bundespräsident Joachim Gauck (l-r), seine Lebensgefährtin Daniela Schadt, Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundesratspräsident Stanislaw Tillich bei dem ökumenischen Gottesdienst für die Opfer des Amoklaufs von München in München. Foto: Angelika Warmuth
  • Unzählige Blumen und Kerzen liegen vor dem Olympia-Einkaufszentrum in München nach dem Amoklauf in München. Foto: Peter Kneffel/Archiv 2/2
    Unzählige Blumen und Kerzen liegen vor dem Olympia-Einkaufszentrum in München nach dem Amoklauf in München. Foto: Peter Kneffel/Archiv
Nächste Inhalte

Mit bewegenden Appellen für Frieden und religiöse Toleranz haben bei einer ökumenischen Trauerfeier Angehörige, Vertreter aller Kirchen und Bürger der Opfer des Amoklaufs von München gedacht.

Der Münchner Kardinal und Erzbischof Reinhard Marx und der evangelische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm leiteten am Nachmittag gemeinsam die Feier im Münchner Liebfrauendom.

Da sieben der Getöteten Muslime waren, sprach auch eine Vertreterin des islamischen Glaubens ein Gebet. "Allah, wir bitten Dich um Hilfe für uns, unsere Menschlichkeit nicht zu verlieren", sagte Dhahri Hajer vom Muslimrat München. Alle Menschen seien Kinder Adams, betonte sie, unabhängig von Nationalität, Religion oder Hautfarbe. Sie erinnerte an den Koran, in dem es sinngemäß heiße: "Wer einen Menschen tötet, so ist es, als ob er alle Menschen tötet." An Allah richtete sie den bewegenden Appell: "Beschütze diese schöne Stadt und ihre Bewohner, beschütze Deutschland."

Unter den Gästen waren unter anderen Bundespräsident Joachim Gauck, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) und Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU).

Ein 18 Jahre alter Amokschütze hatte am 22. Juli beim Münchner Olympia-Einkaufszentrum neun Menschen erschossen, vor allem Jugendliche. Anschließend tötete er sich selbst.

Kardinal Marx wandte sich direkt an die Angehörigen der Opfer, sprach ihnen Anteilnahme aus und versuchte, Trost zu spenden: "Diese Toten sind nicht ins Nichts zurückgestoßen. Sie leben." Versöhnung sei das Gebot der Stunde. Nicht das Trennende, sondern das Verbindende müsse ins Blickfeld rücken - unabhängig von Religion und Herkunft: "Was uns verbindet, ist das Mensch-Sein", betonte Marx.

Der evangelische Landesbischof Bedford-Strohm sprach angesichts der Amoktat mit zehn Toten von der Notwendigkeit eines neuen Gottvertrauens: "Ein Vertrauen, das uns von der Lähmung in eine Freiheit führt." Er erinnerte an Zeichen der Hoffnung, die auch die Reaktion auf die schreckliche Tat gezeigt habe. Mit ihrer Hilfsbereitschaft unmittelbar nach dem Amoklauf hätten die Menschen gezeigt, dass man der Gewalt nicht hilflos ausgeliefert sei. "Hass und Gewalt werden keine Macht über unsere Herzen gewinnen" - wenn die Menschen füreinander da seien.

Nach der Trauerfeier im Dom war ein Trauerakt im bayerischen Landtag geplant, der von der Staatsregierung, der Stadt München und dem Landtag ausgerichtet wird. Dazu sind auch die Familien der neun Todesopfer eingeladen.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Ulmer Weihnachtsmarkt eröffnet am Montag

Kürzer, größer, sicher: 26 Tage dreht sich ab Montag auf dem Ulmer Münsterplatz alles um Glühwein, Wurst und Co. Betonwände sollen vor Terror schützen. weiter lesen