Merkel bei Wahlkampfauftritt mit Tomaten beworfen

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ist bei einem Wahlkampfauftritt in Heidelberg mit zwei Tomaten beworfen worden.

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Bundeskanzlerin Angela Merkel inspiziert nach einem Tomatenwurf in Heidelberg ihre Jacke. Foto: Uwe Anspach  Foto: 

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ist bei einem Wahlkampfauftritt in Heidelberg mit zwei Tomaten beworfen worden. Dabei wurde sie an der linken Hüfte von einigen wenigen Spritzern getroffen.

Auch die neben ihr stehende Moderatorin der CDU-Veranstaltung bekam etwas ab. Merkel reagierte gelassen und reichte der Moderatorin ein Taschentuch. Der Zwischenfall ereignete sich zum Ende der Veranstaltung auf dem Universitätsplatz. Ihre Rede hatte die Kanzlerin zu dem Zeitpunkt bereits beendet.

Wer für die Würfe verantwortlich ist, war zunächst unklar. Am Rande der etwa 40-minütigen Veranstaltung versuchten Demonstranten, den Auftritt mit Sprechchören und Trillerpfeifen zu stören. Es ertönten Rufe wie „Volksverräter“, „Heuchler“ und „Lügner“ - Begriffe, wie sie von Merkelgegnern aus dem Umfeld der fremdenfeindlichen Pegida-Bewegung und der AfD bekannt sind. Den Auftritt Merkels verfolgten den Veranstaltern zufolge rund 3000 Menschen. Sie feierten Merkel mit viel Beifall und teilweise stehend.

Die Polizei bestätigte zwei zeitlich voneinander getrennte Tomatenwürfe Richtung Bühne. Es sei ein Ermittlungsverfahren eingeleitet worden wegen Verdachts der versuchten Körperverletzung und versuchten Sachbeschädigung, sagte ein Sprecher. Es habe außerdem kleinere Rangeleien zwischen Gegnern und Anhängern Merkel gegeben. Von sechs Beteiligten seien die Personalien festgestellt worden.

Nach den Würfen griff ein Sicherheitsmann nach einem transparenten Schutzschild, der dann aber doch nicht zum Einsatz kam. Bei der ebenfalls von Tomatenspritzern getroffenen Moderatorin handelt es sich um Claudia von Brauchitsch, die auch für die CDU-eigene Videoredaktion CDU.TV arbeitet.

Die Kanzlerin lobte in ihrer Rede den Einsatz vieler Menschen in der Flüchtlingskrise als „tolles Stück humanitärer Hilfe“. „Wenn wir einen Fehler gemacht haben, dann nicht in der Aufnahme von Menschen, sondern dass wir nicht aufgepasst haben, dass Menschen in Jordanien, im Libanon, in der Türkei und in Syrien nichts zu essen hatten, keine Bildung bekamen und sich in die Hände von Schleppern und Schleusern begeben haben, weil sie weder ein noch aus wussten“, sagte sie. Gleichwohl dürfe sich „2015 nicht wiederholen“.

In der Diesel-Affäre forderte Merkel die Automobilkonzerne auf, den entstandenen Schaden wiedergutmachen. „Ich will, dass wir saubere Dieselautos und Automotoren haben, aber genauso die besten Elektro-Autos und besten Brennstoffzellen der Welt. Das muss unser Anspruch sein, und dafür müssen wir arbeiten“, meinte sie.

Merkel nahm nach dem Zwischenfall am Abend in Stuttgart noch an einer Podiumsdiskussion teil. Sie trug dabei augenscheinlich den selben Blazer wie in Heidelberg.

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