Machtkampf in der AfD: Rechtes Ringen

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Autorenfoto André Bochow  Foto: 

Ein wenig rätselhaft ist es schon, dass AfD­-Chef Jörg Meuthen gerade jetzt seiner Mitvorsitzenden Frauke Petry den innerparteilichen Krieg erklärt. Schließlich gilt auch für Parteien, die sich weit rechts im politischen Spektrum befinden, dass die Wähler Zank und Hader nicht schätzen. So löst Meuthen bei vielen AfD-Größen Stirnrunzeln aus – und es ist keineswegs ausgeschlossen, dass sich der Wirtschaftsprofessor aus Baden-­Württemberg selbst ein Bein gestellt hat.

Wichtiger als die Beweggründe Meuthens sind die Entwicklungsprozesse innerhalb der Partei, die eine Alternative zu allen anderen sein will. Und da ist der Trend ganz eindeutig. Die AfD wird immer nationalistischer, immer unduldsamer gegen alle, die sie der Sympathien für Flüchtlinge, Muslime oder multi-ethnisches Zusammenleben verdächtigt. Deswegen wird Björn Höcke weiter seine völkischen Ansichten verbreiten können, ohne dass ihm ein Parteiausschluss droht. Frauke Petry aber, deren Führungsstil zweifellos zu ihrem Untergang beiträgt, sieht sich vor allem deswegen massiver Angriffe ausgesetzt, weil sie vor der Bundestagswahl wenigstens die übelsten Rechtsausleger eindämmen möchte. Die AfD aber will lieber Pegida­-kompatibel werden. Es wird sich zeigen, ob das auch die Wähler wollen.

Wer allerdings die AfD unter der Fünf-Prozent-Marke erwartet, wird sich täuschen. Die Partei hat offenbar schon jetzt so etwas wie eine Stammwählerschaft. Im Saarland zum Beispiel schaffte es die AfD in den Landtag, obwohl ihr Vorstand den dortigen Landesverband wegen rechtsextremer Verstrickungen eigentlich auflösen wollte.

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