Liberale nicht nur an der Saar in höchster Not

Die FDP ist kaum noch messbar. Auch die Saarländer werfen die Liberalen aus dem Landtag. Düstere Vorzeichen für die Wahlen in Kiel und Düsseldorf.

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Für FDP-Chef Philipp Rösler wird es nach dem Desaster im Saarland eng.

Schlimmer geht immer: Die FDP ist mit 1,2 Prozent an der Saar gescheitert - das Ergebnis ist noch vernichtender als in Berlin im vergangenen September, als die Partei auf 1,8 Prozent abstürzte. Um kurz nach 18.00 Uhr stellte sich der künftige FDP-Generalsekretär Patrick Döring der Presse in Berlin. Das Saarland hakte er sofort ab. Er sei guter Hoffnung, dass es im Mai in Kiel und Düsseldorf besser werde. Sein Chef Philipp Rösler ließ sich nicht blicken. Er will sich erst an diesem Montag den Hauptstadt-Journalisten stellen. Für Rösler, erst knapp ein Jahr an der Spitze, ist es nun die vierte bittere Niederlage. Noch nie ist die FDP in einem westdeutschen Bundesland auf einen so schlechten Wert abgestürzt.

Ein Putsch gegen den Ex-Bundeswehrarzt ist derzeit zwar nicht in Sicht. Doch der Parteitag Ende April in Karlsruhe könnte ungemütlich werden. In vielen Landesverbänden und bei den 93 Abgeordneten in Berlin wächst der Frust. Kann man mit Rösler wirklich punkten? Hat er die Kraft, die FDP 2013 wieder in den Bundestag zu bringen? Die Wahl an der Saar war zwar schon im Vorfeld abgeschrieben worden. Alles mit einer drei vor dem Komma wäre intern aber als Erfolg gewertet worden - und hätte Rösler ein bisschen Ruhe verschafft. Es kam anders.

Das Desaster im Saarland allein Rösler anzukleben, wäre aber zu billig. Die Saar-FDP gab in der Jamaika-Koalition mit CDU und Grünen ein chaotisches Bild ab. Intrigen, Ermittlungsverfahren, keine Führung. Rösler kann angekreidet werden, dem Treiben der Saarbrücker Parteifreunde tatenlos zugesehen zu haben. Das gilt auch für Nordrhein-Westfalen, wo sich die NRW-FDP verzockte und jetzt bei der Neuwahl untergehen könnte.

Dagegen stemmt sich Christian Lindner. Röslers Ex-Generalsekretär und NRW-Spitzenkandidat hat zum Wahlkampfauftakt an Rhein und Ruhr die FDP wieder positiv ins Gespräch gebracht. Das Saar-Ergebnis aber ist ein Nackenschlag. Holt Lindner trotzdem fünf Prozent, dürfte er in der Bundespartei auf lange Sicht freie Bahn haben. Immerhin legte die FDP in einer gestern veröffentlichten Umfrage in NRW um zwei Punkte auf nunmehr 4 Prozent zu.

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