Krieg in Syrien: Albtraum für die Menschen

Hunderttausende sind tot, Millionen verletzt, die Hälfte der Bevölkerung ist auf der Flucht. Es sieht nicht so aus, als ob sich die Lage bald bessern könnte.

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Damaskus bietet ein Bild der Zerstörung: Dennoch versuchen die Menschen, wo immer es geht, ein Stück Normalität in den Alltag hinüberzuretten.  Foto: 

Syrien ist neben dem Jemen gegenwärtig die größte humanitäre Katastrophe auf dem Globus. Mindestens 330.000 Menschen sind gestorben, fast zwei Millionen verletzt. Die Hälfte der einst 23 Millionen Syrer ist auf der Flucht. Fünf Millionen haben sich über die Grenzen in die Nachbarländer oder nach Europa und Übersee gerettet. Mehr als sechs Millionen irren ohne festes Dach über dem Kopf innerhalb ihrer Heimat herum und sind dringend auf Hilfe angewiesen. Städte wie Homs, Hama, Rakka und Deir Ezzor oder der Rebellenort Daraa, wo die Proteste gegen das Assad-Regime im März 2011 begannen, liegen in Trümmern. Strom und Wasser fließen, wenn überhaupt, nur wenige Stunden. Selbst Brot gibt es kaum noch zu kaufen. Der Müll türmt sich auf den Straßen, die meisten Häuser sind Ruinen. In den noch verbliebenen Unterkünften ist es bitter kalt.

Allein in den letzten zwölf Monaten griffen die syrische und russische Luftwaffe mehr als 300 Krankenhäuser, Gesundheitsstationen und Stützpunkte der Weißhelme an. Mindestens 70.000 Oppositionelle werden in den Verliesen des Regimes festgehalten und gequält. Ungezählte verschwanden spurlos. Hunderttausende Menschen sind nach wie vor vom Assad-Regime in sogenannten Hungerenklaven eingeschlossen – auch wenn die Blockade von UN-Hilfskonvois in den vergangenen Wochen gelockert wurde. So konnten die UN Anfang November endlich mit einem Transport die Ghouta-Enklave östlich von Damaskus versorgen, wo 1100 Kinder vom Hungertod bedroht sind. Seit 2013 belagert das Regime dort 400.000 Menschen, mehr als einst in der Rebellenenklave von Aleppo lebten.

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