Kretschmann streicht über 8000 Lehrerstellen

Um den Haushalt zu konsolidieren, will Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) bis 2020 mehr als 8055 Lehrerstellen streichen.

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Um den Haushalt zu konsolidieren, will Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) bis 2020 mehr als 8055 Lehrerstellen streichen. Es sei in der mittelfristigen Finanzplanung bereits "eingepreist", dass diese mit einem "kw"-Vermerk für "künftig wegfallend" versehenen Posten gestrichen werden. "Die werden bis 2020 selbstverständlich wegfallen", kündigte Kretschmann gestern an. Um Einsparungen für den Etat zu erreichen, muss er aber weitere Stellen streichen - in welchem Umfang, ließ er offen.

Der Landesrechnungshof fordert die Streichung von bis zu 14 100 Stellen - zusätzlich zu den 8055 Stellen mit kw-Vermerk. Die Lehrergewerkschaft GEW glaubt, dass bis zu 12 600 Posten dem Rotstift zum Opfer fallen. "Das ist eine bildungspolitische Bankrotterklärung", sagte GEW-Landeschefin Doro Moritz. "Es gibt in der Legislaturperiode bis 2016 keine Gründe, auch nur eine Lehrerstelle zu streichen."

Laut einer Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen fordern 78 Prozent der Baden-Württemberger von Grün-Rot sogar zusätzliche Investitionen im Schulbereich. Die Regierung muss aber bis 2020 eine Milliardenlücke im Etat schließen. Ab dann darf das Land keine neuen Schulden mehr machen.

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Kommentare

13.07.2012 16:41 Uhr

"Die Berufswahl ist kein Argument zur Rechtfertigung der,

gegenüber den Renten, völlig überzogenen Pensionen."

Doch, das ist sie. Der Ingenieur wollte offensichtlich nicht Beamter werden und hat sich deshalb im Wissen, dass er als Beamter später Pension erhalten würde für einen anderen Berufsweg entschieden.
Da muss man rückblickend auch keine Neiddiskussion mehr beginnen, sondern die Augen bereits bei der Berufswahl aufmachen.

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13.07.2012 16:23 Uhr

Neid oder Gerechtigkeitsempfinden?

Selbst in Ihrer Rechnung bekommt der Lehrer so gut wie das Doppelte gegenüber dem Rentner, der ebenfalls Steuerpflichtig ist jedoch seine Rente nur 12 mal im Jahr bekommt.
Mein Beispiel ist keine unsinnige Rechnung sondern zeigt einen konkreten, realen Fall. Außerdem habe ich nicht erwähnt, daß die Rente des Dipl. Ing. mit seinen sonstigen Einkünften noch versteuert werden muß.
Die Berufswahl ist kein Argument zur Rechtfertigung der, gegenüber den Renten, völlig überzogenen Pensionen.
Kennen sie Jemand aus dem Bekanntenkreis, der über 2000 €. Rente von der gesetzlichen Rentenversicherung auf sein Konto überwiesen bekommt? Wohl kaum! Dies zeigt schon die Ungerechtigkeit der Systeme. Die einen seilen sich auf einen ruhigen Posten beim Staat ab und die anderen nehmen die Herausforderung in der freien Wirtschaft an und werden dafür im Alter bestraft. Übrigens, ein Kollege des obigen Dipl. Ing. wurde zum Professor für techn. Mechanik an die Uni. berufen, dessen Pension liegt über A16!

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13.07.2012 08:10 Uhr

Walter Dengler: Was rechnen Sie hier für einen Unsinn zusammen.

Ein beamteter Lehrer, der im November 1965 ihre Laufbahn begonnen hat und im August 2007 in den Ruhestand gegangen ist, erzielte zuletzt ein Gehalt von 3723,16 € und bekommt 2816 Pension. Er zahlt 158 € Einkommenssteuer und Solidaritätszuschlag.

Ein Angestellter mit gleichem Einkommensverlauf bekommt eine Rente von 1674,57 €.

Allerdings hatten beide die freie Berufswahl.

Eine solche Neiddiskussion ist also völlig überflüssig.

Es stand dem Dipl-Ing. selbstverständlich frei, auf Lehramt zu studieren oder so erfolgreich in seinem Beruf zu sein, dass er ein Vielfaches des Lehrers verdient und über dessen Pension nur lächeln lönnte.

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13.07.2012 01:54 Uhr

Konkretes Beispiel:

Dipl.. Ing. ist nach dem Hochschulstudium in eine renommierte Werkzeugmaschinenfabrik eingetreten und hat sich dort bis zum Abteilungsleiter in der Auftrags und Entwicklungskonstruktion hochgearbeitet. Diese Stelle begleitete er viele Jahre bis 2008 der Börsenkrach kam und die Aufträge aus blieben. 2009 wurde er dann im Alter von 61 arbeitslos und letztes Jahr, mit 63 verrentet. Sein Jahresgehalt betrug in 2008, 80000 €. Dies entspricht Besoldungsgruppe A 16, Stufe 12, Jahreseinkommen 78084.36 €. Seine Rente beträgt nun jährlich, nach Abzug der gesetzlichen Sozialversicherung 20160 €. Dies sind 25% seines Einkommens aus 2008. Hätte der Mann seine Stelle bis 65 behalten hätte er 2750 € mehr, also 22910 € Rente/Jahr, dies sind 28,6% seines Einkommens. Der vergleichbare Beamte bekommt ca. 80% seines letzten Einkommens dies ist das 3,2-fache bzw. das 2,8 fache. Wobei dieser Beamte nichts für seine Altersbezüge eingezahlt hat.

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12.07.2012 08:39 Uhr

Könnten sie ihre Behauptung mal belegen?

"Bei den Altersbezügen verhält es sich noch viel krasser, dort kassieren Beamte gleich das 2 bis 3-fache bezogen auf einen Rentner, der einer vergleichbare berufliche Tätigkeit ausgeübt hat."

Würde ja bedeuten wenn der Beamte Brutto 1800,-€ Pension bekommt, würde ein Rentner in vergleichbarer Tätgkeit gerade einmal Brutto 600,-€ bekommen. Glauben sie das wirklich was sie da behaupten, oder haben sie nur die Vergleiche aus Panorama/Frontal21/Bildzeitung im Kopf, wo der Europapolitiker aus Brüssel mit 12.000,-€ Pension mit der Schlecker-Verkäuferin verglichen wurde?

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12.07.2012 04:59 Uhr

Walter Dengler: Auch wenn Sie Ihre wilden Behauptungen mit

"Tatsache ist" wohl irgendwie bekräftigen wollen, bleiben das leider nur wirre Behauptungen.

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11.07.2012 21:24 Uhr

Grüne Zukunfts-Strategie - Kluger Schachzug von MP Kretschmann - 2. Teil

Weiss jemand, ob das grüne Landtagswahlprogramm noch vor lauter 'Oben Bleiben' in der Politik Gültigkeit hat?

(..) Wir setzen uns dafür ein, dass Lehrerstunden für Ganztagsschulen mit besonderen pädagogischen und sozialen Aufgabenstellungen nicht reduziert werden, sondern dauerhaft erhalten bleiben. Die Landesregierung sieht für den Ausbau der Ganztagsschulen 1.850 neue Lehrerstellen vor. Wir wollen zusätzlich 1.000 Deputate zur Verfügung stellen – wahlweise entweder als ergänzende Lehrerstunden oder als Lehrbeauftragtenmittel. (..)
http://www.gruene-bw.de/fileadmin/gruenebw/dateien/Wahlen2011/Landtagswahlprogramm-web.pdf

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11.07.2012 21:22 Uhr

Man sollte nicht Apfel mit Birnen vergleichen

Tatsache ist, daß ein ca. 40-jähriger beamteter Lehrer monatlich ca. 1000 Euro nette mehr auf sein Konto bekommt als sein angestellter Kollege der die gleiche Arbeit verrichtet. Bei den Altersbezügen verhält es sich noch viel krasser, dort kassieren Beamte gleich das 2 bis 3-fache bezogen auf einen Rentner, der einer vergleichbare berufliche Tätigkeit ausgeübt hat. Von den anderen, völlig überzogenen Absicherungen ganz zu schweigen. Die Schweiz hat es geschafft den Beamtenstatus abzuschaffen, Bei unserer Filzokratie wird das anscheinend nie möglich sein.

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11.07.2012 21:09 Uhr

Grüne Zukunfts-Strategie - Kluger Schachzug von MP Kretschmann

(..) Der Landesrechnungshof fordert die Streichung von bis zu 14 100 Stellen - zusätzlich zu den 8055 Stellen mit kw-Vermerk. Die Lehrergewerkschaft GEW glaubt, dass bis zu 12 600 Posten dem Rotstift zum Opfer fallen. "Das ist eine bildungspolitische Bankrotterklärung", sagte GEW-Landeschefin Doro Moritz. "Es gibt in der Legislaturperiode bis 2016 keine Gründe, auch nur eine Lehrerstelle zu streichen." (..)

Es ist ein sehr kluger Schachzug für ein noch grösseres Buildungs- und damit einhergehend Differenzierungsdefizit bei den künftigen Wählern (jetzt noch Schülern) zu sorgen.

Diese künftigen Wähler kann man dann noch leichter mit (später dann dann natürlich anzupassenden) Wahlphrasen wie z.B. "mit uns gibt es kein S21", "bei uns gibt es nur ökologisch einwandfreie Energie", ... ködern.

Sehr klug vom MP.
Immer schön 'Oben bleiben' in der Politik.

Alles wird gut - und immer lustiger!

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11.07.2012 19:14 Uhr

Wenn aus allen Beamten Angestellte gemacht werden,

so dürfte sich die große Mehrheit, also Gehaltsstufe A5 bis A9, auf Gehaltserhöhungen freuen. Ich weis nicht ob sich jemand mal die vielen (inzwischen unterschiedlichen) Gehaltstabellen der Beamten mal genauer angesehen hat. Die Zulagen werden, sofern überhaupt noch vorhanden, auch immer weiter zusammengestrichen.
Ich glaube aber die Antwort zu kennen , wenn in allen Medien und Stammtischen ein Oberegierungsrat oder gar Staatssekretär mit der Putzfrau vom Pfarrer verglichen wird.
Warum wird eigentlich nicht mal ein leitender Entwicklungsingenieur mit der Putzfrau beim Daimler oder Bosch verglichen? Und nein, ich bin kein Beamter fals sie jetzt denken... ;)

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11.07.2012 11:16 Uhr

Milchmädchenrechnung?

Da sollten Sie sich erst mal sachkundig machen.

Für Beamte müssen keineAltersrückstellungen erfolgen, das trägt dann komplett die nächste Generation, wie wir jetzt die Pensionen der jetzigen Pensionäre zahlen, das dicke Ende kommt also wesentlich später.

http://www.sueddeutsche.de/karriere/lehrer-mit-beamtenstatus-unterrichte-jetzt-aber-koste-erst-spaeter-1.1222232

http://www.welt.de/print/wams/vermischtes/article12055573/Pensionen-fuer-Beamte-kosten-drei-Billionen.html

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11.07.2012 10:50 Uhr

Was für eine Milchmädchenrechnung??

Zu den Arbeitskosten gehören sämtliche Bezüge, direkt und indirekt wie z.B. Kranken und Altersversorgung. berücksichtigt man diese, gibt es keine teurere Arbeitskraft als ein Beamter. Außerdem besteht für diese Bevölkerungsgruppe, angesichts der üppigen Rundumversorgung kein Zwang zur Leistungsbereitschaft was manche auch weidlich ausnutzen.

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11.07.2012 08:20 Uhr

Schöne Milchmädchenrechnung

natürlich zählt, was unterm Strich herauskommt - ein Grund für die Verbeamtungen ist, das es den Staat erst mal (wenn man den diversen Studien des Beamtenbundes glauben mag) billiger kommt. Welche Belastungen dann auf spätere Steuerzahler zukommen, interessiert nicht. Dabei hätte man doch gerade von einer Regierungspartei, die sich angeblich das Prinzip der Nachhaltigkeit auf die Fahnen geschrieben hat, mehr erwarten können als bloße Stellenstreichungen.

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11.07.2012 07:25 Uhr

Falsch, ein verbeamteter Lehrer kostet zunächst einmal weniger,

als ein angesteller. Erst dessen Ruhestandsbezüge belasten den Staat dann wieder und verschiebt letztlich das Bild.

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11.07.2012 06:57 Uhr

warum müssen Lehrer Beamte sein?

das wäre die eigentlich interessante Frage, bei deren Negierung viel Geld gespart werden und man sich mehr Lehrer leisten könnte. Denn dank intensivster Lobbyarbeit kosten Beamte den Steuerzahler immer mehr Geld - dabei ist eine Verbeamtung der Motivation der Lehrer nicht gerade zuträglich. Aber die Vollversorgung durch den Staat scheint ja der Hauptgrund für die Berufswahl "Lehrer" zu sein, selbst unser Lehrer Lämpel WFR beklagt, dass er wegen einer paar unbedeutenden kommunistischen Äusserungen nicht verbeamtet wurde.

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