Krankmeldungen wegen psychischer Beschwerden steigen stark

Innerhalb von zehn Jahren sind die Fehltage wegen psychischer Erkrankungen um fast 80 Prozent gestiegen. Schicksalsschläge sind häufig der Grund.

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Ob psychische Krankheiten oder Lebenskrisen: Die Zahl der Krankschreibungen durch psychische Belastungen steigt rasant an. Das wiederum ist auch wirtschaftlich von Bedeutung. Denn eine schwere Krankheit in der Familie, der Tod eines Angehörigen, aber auch eine Scheidung beeinflussen die Berufstätigkeit der betroffenen Arbeitnehmer erheblich.

„Etwa die Hälfte der Erwerbstätigen war in den vergangenen fünf Jahren von einem kritischen Lebensereignis betroffen“, sagte Helmut Schröder, Vize-Chef des Wissenschaftlichen Instituts der AOK und Herausgeber des jährlichen Fehlzeiten-Reports. Die Ausgabe 2017 konzentriert sich auf den Zusammenhang von Krisen und Gesundheit. So fühlt sich jeder zweite Betroffene in seiner Leistungsfähigkeit eingeschränkt, wie das Institut in einer repräsentativen Befragung von 2000 Beschäftigten herausfand.  Und das Problem werde angesichts der demografischen Entwicklung größer – Ältere hätten naturgemäß häufiger mit schweren Krankheiten oder dem Tod des Partners zu tun. Die Zahlen zeigen das: Etwas mehr als ein Drittel der unter 30-Jährigen berichtet über kritische Lebensereignisse, bei den 50- bis 65-Jährigen sind dies fast zwei Drittel.

Führungskräften komme eine entscheidende Rolle zu, die Folgen möglichst zu minimieren, sagt Schröder. „Ist ein Mitarbeiter in einer Krisensituation gefangen, hilft kein Totschweigen, da sollte der Chef Angebote unterbreiten – zum Gespräch, für Urlaubstage, für das Arbeiten Zuhause.“ Immerhin hat die Untersuchung gezeigt, dass fast jeder zweite unmittelbare Vorgesetzte Gesprächspartner im Krisenfall ist. Auch Martin Litsch, Vorstandsvorsitzender des AOK-Bundesverbandes, mahnt die Chefs, „sensibel für die Probleme der Belegschaft zu sein“. Dass es besonders bei Kleinstbetrieben an Gesprächen hapere, sei eine überraschende Erkenntnis der Umfrage.

Für Führungskräfte mit Nachholbedarf will die AOK 2018 das Onlineprogramm „Gesund führen“ starten.

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