Kommt das Laptop-Verbot für die Flugzeugkabine?

Filmeschauen auf dem Tablet, Arbeiten am Laptop – das können Reisende auf Flügen in die USA womöglich bald nicht mehr. Denn die Vereinigten Staaten erwägen ein Handgepäck-Verbot für solche Geräte.

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Eine Luftsicherheitsbeauftragte macht am Flughafen in München (Bayern) einen Sprengstofftest an einem Laptop. In Zukunft könnten Laptops an Bord von Transatlantikflügen verboten werden.  Foto: 

Die Pläne scheuchen Politik und Flugbranche auf: Die USA erwägen ein Handgepäck-Verbot für Laptops und andere elektronische Geräte. Die EU haben die Überlegungen kalt erwischt. Von einem Treffen an diesem Mittwoch in Brüssel erhoffen sich die Europäer Aufklärung. Ein Überblick:

Betroffene Geräte: Details der geplanten Auflagen für Flüge aus Europa sind noch unklar. Im März hatte die US-Regierung allerdings schon eine ähnliche Regelung für Direktflüge von zehn Flughäfen im Nahen Osten und Nordafrika in Kraft gesetzt. Sie gilt für sämtliche elektronischen Geräte, die größer als Mobiltelefone sind, also Laptops, Tablet-Computer, E-Book-Reader oder Kameras. Medizinische Geräte bleiben an Bord erlaubt. Großbritannien verhängte im März ein ähnliches Verbot.

Anlass: Die USA scheinen sich auf Geheimdienst-Informationen zu stützen. Amerikanische Medien hatten Anfang April berichtet, Terrororganisationen hätten Methoden entwickelt, um Sprengsätze in Laptops und anderen elektronischen Geräten zu verbergen. Der Sprengstoff werde möglicherweise von den Scannern bei der Sicherheitskontrolle an Flughäfen nicht entdeckt. Die Medien beriefen sich auf Informanten aus der US-Bundespolizei FBI und andere Quellen aus Geheimdiensten.

Nutzen: Was sich die USA von dem Kabinen-Verbot versprechen, ist aus europäischer Sicht schwer nachvollziehbar. Denn die Geräte würden ja weiterhin mitfliegen, nur eben im Frachtraum. Der europäische Pilotenverband European Cockpit Association fürchtet, dass solche Auflagen die Branche vom Regen in die Traufe führen. Denn wenn Passagiere ihre Tablets und Laptops nicht mit in die Kabine nehmen dürfen, fliegen im Frachtraum große Mengen von Geräten mit Lithium-Batterien mit, was als mögliches Brandrisiko gilt. Dadurch könnte der Frachtraum erst recht zum attraktiven Ziel für Terroristen werden, warnt der Verband.

Auswirkungen: Sollte ein US-Verbot nur für bestimmte Flughäfen in Europa gelten, müssten diese einen erheblichen Wettbewerbsnachteil fürchten. Auf Reisende kämen wohl zusätzliche Kontrollen zu, außerdem müssten sie teures Gerät mit persönlichen oder auch sensiblen geschäftlichen Daten aus den Händen geben. Verlorenes Gepäck würde zu einem noch größeren Ärgernis als bisher. Geschäftsreisenden ginge auf langen Transatlantikflügen wertvolle Arbeitszeit verloren. Der Geschäftsreiseverband VDR rechnet deshalb mit Buchungsrückgängen.

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