In Treue fest: Kommentar zur Umbenennung von Kasernen

|
Unser Autor Christoph Faisst ist der Meinung, dass die Namen einiger Kasernen überdacht werden müssen.  Foto: 

Tradition ist die Überlieferung von Werten und Normen.“ Lapidar beginnt der Erlass, der den Umgang mit dem militärischen Erbe regelt. Die Frage, was in diesem Sinne der soldatischen Treue wert ist, ist so alt wie die Bundeswehr und wird zurecht erneut diskutiert, seit der Stubendurchgang, den Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen angesichts der jüngsten rechtsextremen Umtriebe angeordnet hat, Gegenstände zu Tage fördert, die mit dem offiziellen Verständnis nicht zu vereinbaren sind.

Deutschland wird die Geister der Vergangenheit nicht los. Anders als die US-Streitkräfte, die nicht nur Kasernen sondern sogar Waffensysteme nach Generälen benennen, deren Meriten oft tief im 19. Jahrhundert erworben sind, kann die Bundeswehr angesichts der Geschichte der Wehrmacht gerade nicht auf eine ungebrochene – und damit positiv konnotierte – militärische Tradition verweisen.

Seit jeher ist der Erlass der Versuch, den rechten Rand zu bändigen: 1965 ging es um alte Nazis, die die Bundeswehr mit aufbauten, 1982, als die heutige Fassung entstand, um ihre modernen Wiedergänger. Offenbar ohne Erfolg. Denn die Vorschrift will auf Begriffe wie „Treue, Tapferkeit und Gehorsam“ so wenig verzichten wie auf deren „sittlichen Rang“ im Rahmen des Grundgesetzes.

Dass die Ministerin mit dem Eisenbesen durch die Kasernen fegt, ist richtig. Dass die Namen diverser Einrichtungen überdacht werden, ebenso. Umbenennungen gab es in den vergangenen Jahren einige. Vielleicht mag man ja nun eine „Pionierkaserne Nr.1“ haben. Das eigentliche Problem wird das nicht lösen. Bewusstsein kann nicht befohlen werden – demokratisches schon gar nicht.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Zug-Verspätungen nach Streckensperrung zwischen München und Ulm

Aufgrund eines umgestürzten Baumes auf die Oberleitung, kommt es auf der Strecke Augsburg und Ulm zwischen Gessertshausen und Westheim zu starken Behinderungen im Bahnverkehr. weiter lesen