Kommentar: Rente erhöhen ist ungerecht

Was tun, wenn die Rente nicht zum Leben reicht? Einfach Erhöhen ist ungerecht, weil andere dafür aufkommen wären. Besser wäre die Lebensleistungsrente.

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Thomas Block.  Foto: 

Da war er wieder, einer dieser Momente, in denen Angela Merkel ziemlich alt aussah. In der ZDF-Wahlsendung „Klartext“ musste sie Petra Vogel aus Bochum erklären, warum es gerecht ist, dass diese nach 40 Jahren Arbeit als Reinigungskraft in einem Krankenhaus nur 656 Euro Rente bekommen wird, weniger als sie zum Leben braucht. Das konnte die Kanzlerin nicht. Das könnte niemand. Weil es ungerecht und nicht hinnehmbar ist.

Es gibt viele Stellschrauben, an denen gedreht werden kann, um Alters­armut zu reduzieren. Höhere Löhne werden gerne genannt, oder bessere Qualifizierungsmaßnahmen. Menschen wie Petra Vogel pauschal mehr Rente zuzusprechen, wäre von allen Maßnahmen die ungerechteste, weil sie zulasten jüngerer Generationen von Beitragszahlern ginge. Irgendjemand muss schließlich für die Differenz zwischen dem, was Vogel in die Rentenversicherung eingezahlt hat, und dem, was sie herausbekommen möchte, aufkommen. Es bringt nichts, eine Ungerechtigkeit durch eine andere zu ersetzen.

Gerechter wäre die sogenannte Lebensleistungsrente. Die haben SPD und Union zwar im Koalitionsvertrag festgeschrieben, aber nie umgesetzt. Das Konzept sieht vor, dass Menschen, die 40 Jahre Beiträge gezahlt haben und trotzdem eine zu geringe Rente bekommen, von einer deutlichen Rentenaufwertung profitieren, die aus Steuergeldern und somit von der gesamten Gesellschaft, von Beitragszahlern ebenso wie von Selbstständigen, Beamten und Senioren finanziert wird.

Im ZDF hat die Kanzlerin die Lebensleistungsrente mit keinem Wort erwähnt. Aus gutem Grund: Sie hätte ziemlich alt ausgesehen.

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