Kommentar zur US-Wahl: „Der Populismus hat gesiegt“

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Es ist die Sensation schlechthin, Amerikas Antwort auf Brexit. Der Populismus hat gesiegt und der 45. Präsident der USA wird Donald J. Trump heißen. Wählerumfragen, die während der Schlussphase des wohl schmutzigsten Wahlkampfs aller Zeiten auf einen wachsenden Vorsprung der demokratischen Kandidatin Hillary Clinton hingedeutet haben, waren außerstande, die Stimmung in einer zunehmend gespaltenen Nation einzufangen. Die Zahl jener Wähler, die mit dem Status quo höchst unzufrieden sind, wurde nämlich eindeutig unterschätzt. Seit der Weltrezession hat sich zwar der amerikanische Arbeitsmarkt erholt. Gleichzeitig ist aber die Kluft zwischen Arm und Reich immer tiefer geworden, nicht zuletzt als eine Folge jener Globalisierung, der Trump den Kampf angesagt hat..

Mit reißerischen Parolen aber ohne konkrete Lösungen ist es dem Demagogen tatsächlich gelungen, gewaltige Wählerschichten zu mobilisieren, denen es lediglich darum ging, den politisch Etablierten eine Ohrfeige zu verpassen. Auch hat Trump in einer kritischen Phase des Wahlkampfs genügend Zweifel an der Glaubwürdigkeit seiner Gegnerin streuen können, um unschlüssige Wechselwähler auf seine Seite zu schlagen. Ein bemerkenswerter Erfolg, dies zumal kein Präsidentschaftskandidat in der Geschichte jemals so undurchsichtig war wie der Republikaner selbst. Nun aber muss die Welt mit dem Schock fertig werden. Schließlich behauptet kein geringerer als Trump selbst, dass er Unberechenbarkeit zu seinen wichtigsten Attributen zählt. Alles andere als beruhigend, ob im Kampf gegen den Terrorismus, dem Umgang mit Ausländern oder jenem Schmusekurs, den er offenbar gegenüber Russlands Präsident Wladimir Putin steuern will.

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