Kommentar zum US-Wahlkampf: Hillary Clinton ist nicht nur das kleinere Übel

Viele Verteidiger von Hillary Clinton betonen, dass nur sie das Land vor Donald Trump bewahren könne. Doch sie ist mehr als das kleinere Übel. Ein Kommentar.

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Bevor Barack Obama 2008 die politische Bühne eroberte, hätte niemand für möglich gehalten, dass die USA einen Afro-Amerikaner zum Präsidenten wählen, noch bevor sie einer Frau das höchste Amt im Lande anvertrauen. Auf den zweiten Platz verwies er damals ausgerechnet jene Kandidatin, die nun alle Chancen hat, ein neues Kapitel in der Geschichte einer noch relativ jungen Nation zu schreiben. So sehr Hillary Rodham Clinton während der vergangenen Monate von politischen Gegnern auch dämonisiert wurde, hat sie diese Ehre doch verdient – selbst wenn ihr Umgang mit dienstlichen E-Mails, die sie als Außenministerin über Privatserver verschickte, zweifelhaft ist.

Unbestreitbar ist aber zum einen ihr bewundernswertes Stehvermögen. Dass sie nach einer Serie von Niederlagen mit fast 70 Jahren das vielleicht anstrengendste Amt der Welt anstrebt, spricht Bände. Zum anderen tritt sie für sozial Schwache und Minderheiten ein – und das nicht nur aus politischem Kalkül. Schon vor Beginn ihrer politischen Karriere engagierte sie sich für jene, die wirtschaftlich benachteiligt oder Opfer von Diskriminierung sind, ob wegen ihrer Rasse, Religion, ihres Geschlechts oder ihrer Homosexualität – ein Fakt, den Ex-Präsident Bill Clinton in seiner Rede auf dem Parteitag in Erinnerung rief. Genau das braucht Amerika in einer Ära, in der die Kluft zwischen Reich und Arm immer tiefer wird und ihr Gegner Donald Trump mit seiner Demagogie die Nation weiter zu spalten droht.

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