Kommentar zum Nationalpark Schwarzwald: Runter mit dem Puls

Nach zwei Jahren erbitterter Kontroversen hat die grün-rote Landesregierung ihr Ziel erreicht. Per Kampfabstimmung beschloss der Landtag den ersten Nationalpark in Baden-Württemberg. Doch der Streit ist noch nicht beigelegt.

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Bäume und der blaue Himmel spiegeln sich in Baiersbronn (Baden-Württemberg) im nördlichen Schwarzwald im Wildsee.  Foto: 

Nach zwei Jahren erbitterter Kontroversen hat die grün-rote Landesregierung ihr Ziel erreicht. Per Kampfabstimmung beschloss der Landtag den ersten Nationalpark in Baden-Württemberg. Damit ist der Streit um das Reservat im Nordschwarzwald nicht beigelegt. Er geht weiter. Doch ist vor allem den Gegnern anzuraten, gelassener mit dem Thema umzugehen.

Die Intensität des Widerstands gegen das Projekt vor Ort wäre zu verstehen, wenn geplant wäre, rund um den Hohen Ochsenkopf und den Ruhestein ein Depot für Atommüll einzurichten. Tatsächlich will die Landesregierung nur das Gebiet sich selbst überlassen und sukzessive eine Wildnis aus zweiter Hand schaffen. Wer weiterhin das Schreckensbild vom hässlichen Wald an die Wand malt, schneidet sich ins eigene Fleisch. Das ist Negativwerbung für den Schwarzwald. Wenn die Touristen ausbleiben, haben das die Gegner des Parks mitzuverantworten.

Die CDU, die ständig damit argumentiert, gegen den Willen der örtlichen Bevölkerung dürfe kein solches Projekt durchgepeitscht werden, sollte sich daran erinnern, wie sie sich bei der Landesmesse verhalten hat. Auch damals gab es großen Widerstand in den umliegenden Gemeinden gegen das Vorhaben von hoher landespolitischer Bedeutung. Dennoch setzte die CDU die Messe durch. Inzwischen rühmen sich die Nachbarstädte ihrer Nähe zur Messe. Eine ähnliche Entwicklung ist auch beim Nationalpark vorstellbar.

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