KOMMENTAR · WETTSKANDAL: Dem Fußball droht Gefahr

Der Wettskandal im Fußball hat offenbar ein gewaltiges Ausmaß. Ein Kommentar unseres Sportchefs Rüdiger Bergmann.

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Hört das denn nie auf? Der kollektive Aufschrei nach den Europol-Veröffentlichungen über die ungeahnte Dimension des Wettskandals trägt unverkennbar resignative Züge. Auch in Deutschland. Wobei die interessierte Öffentlichkeit sehr wohl registriert hat, dass hierzulande seit der Enthüllungswelle 2011 nur wenige kriminelle Machenschaften der Wettmafia aktenkundig geworden sind.

Reicht das für die Gewissheit, dass der Ball nicht doch von Zockerhand gesteuert rollt? Wenn das Frühwarnsystem bei uns bislang nur in vagen Einzelfällen angeschlagen hat, ist das noch lange kein Freibrief, kein Beweis von gesäuberter Bildfläche. Es legt vielmehr die Befürchtung nahe, dass die Drahtzieher von Spielmanipulationen immer gerissener ihr verwerfliches Handwerk betreiben. Vorbehaltlos ist es zu begrüßen, wenn die Mafiajäger nun einen Aha-Effekt auslösen. Bei 700 weltweit manipulierten Spielen verbietet es sich, zur Tagesordnung überzugehen, weil die Ursache allen Übels aktuell auf anderen Kontinenten anzusiedeln ist.

Die Glaubwürdigkeit des Fußballs hängt jedoch nicht nur von der Sauberkeit auf nationaler Ebene ab. Wenn die Sportart Nummer eins dauerhaft in einen Sumpf von Betrügern eintaucht, büßt sie ihre Vormachtstellung rasch ein. Wie der Radsport. Deshalb kann das Großreinemachen gar nicht spektakulär genug ausfallen. Selbst wenn hier und da Panikmache mit dem Thema betrieben wird.

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