KOMMENTAR · USA: Absurdes Argument

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Seit Martin Luther King in seiner historischen Rede "I have a Dream" die Vision von Gleichberechtigung und einer Nation frei von Rassismus beschrieb, ist fast ein halbes Jahrhundert vergangen. Auch haben die USA in Barack Obama seit mehr als drei Jahren ihren ersten afro-amerikanischen Präsidenten. Vor nicht allzu langer Zeit wäre das noch undenkbar gewesen.

Dennoch sind die Vereinigten Staaten immer noch weit davon entfernt, den Traum des legendären Bürgerrechtlers zu erfüllen. Rassismus, Vorurteile und gefährliche Stereotypen gehören in den USA weiterhin zum täglichen Leben.

Dieses bedauernswerte Phänomen kommt beispielhaft in dem tragischen Tod des schwarzen Teenagers Trayvon Martin zum Ausdruck. Dessen "Verbrechen" bestand darin, wie viele andere Teenager keineswegs nur afro-amerikanischer Herkunft, eine dunkle Kapuze getragen zu haben. Das reichte dem Schützen George Zimmerman offenbar aus, um den ebenso unbewaffneten wie unschuldigen Teenager für einen potenziellen Gewalttäter zu halten.

Doch der latente Rassismus endet nicht mit dem Verhalten des Täters, der bemerkenswerterweise als Sohn einer hispanischen Mutter ebenfalls einer ethnischen Minderheit angehört. Ebenso aussagekräftig ist die Tatsache, dass die Polizei wochenlang ein Auge zudrückte und sich weigerte, den Schützen zu verhaften.

Offenbar hat sich der Rassismus in einigen Gegenden so weit festgesetzt, dass man im Falle eines dunkelhäutigen Opfers dem absurden Argument, der Täter habe aus Notwehr gehandelt, tatsächlich Glauben schenkt.

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