KOMMENTAR · US-WAHLKAMPF: In neuem Licht

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Obwohl das Ziel dasselbe ist, verfolgen Republikaner und Demokraten im US-Wahlkampf grundverschiedene Strategien. Während die Regierungspartei ihren charismatischen und rhetorisch begabten Präsidenten Barack Obama, der als Sympathieträger der deutlich beliebtere der beiden Kandidaten ist, in den Mittelpunkt ihrer Kampagne stellen will, will die Opposition genau davon ablenken. Floridas ehemaliger Gouverneur Jeb Bush sagte es treffend: Um die Wirtschaftskrise zu überwinden müsse die Nation "nicht auf jenen Kandidaten setzen, mit dem man lieber ein Bier trinken würde, sondern auf den, der Entscheidungen trifft und diese umsetzen kann".

Dass Mitt Romney hierzu imstande ist, hat er während einer erfolgreichen Karriere als Finanzier und Politiker unter Beweis gestellt. Doch Amerikaner wählen nicht Konzepte, sie wählen Persönlichkeiten. So gesehen war es ein kluger Schachzug, den ersten Tag des republikanischen Parteikonvents dem Versuch einer Neuerfindung jenes Kandidaten zu widmen, der von den politischen Gegnern als kühler, distanzierter Topmanager hingestellt wird, der nie und nimmer die Anliegen der Durchschnittsamerikaner verstehen könne.

Während es anderen Rednern vorbehalten war, auf Präsident Obama einzudreschen und die Wähler an dessen Unvermögen zu erinnern, die Arbeitslosenrate zu drücken und das Defizit abzubauen, ging es Ann Romney darum, ihren Mann in einem sympathischeren, menschlicheren Licht darzustellen. Ihr Auftritt ist gelungen, wird aber wohl kaum ausreichen, um das Bild eines privilegierten, abgehobenen Multimillionärs nachhaltig zu korrigieren.

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