KOMMENTAR · UKRAINE: Die Wut des Kreml-Machos

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Begrüßenswert am EU-Gipfel ist immerhin, dass sich das Bündnis nach fast fünf Jahren finanzkrisenbedingter Nabelschau mal wieder ganz der Außenpolitik widmet und dabei auch noch selbstbewusst Flagge zeigt. Und trotz der erlittenen Blessuren offenbar für Staaten wie Georgien und Moldau noch attraktiv genug zu sein scheint.

Das wär es dann aber mit den guten Nachrichten aus Vilnius. Die angebahnte Verlobung mit der Ukraine ist geplatzt, obwohl es den Anschein hat, dass das ukrainische Volk anders entscheiden würde, ließe man es frei wählen. Doch nicht Viktor Janukowitsch, der eher unschlüssig wirkende Herrscher in Kiew, ist Hauptverantwortlicher für die gescheiterte Eheanbahnung.

Sondern Wladimir Putin ist der Schuldige. Den Zerfall der Sowjetunion nannte er einst die "größte geopolitische Katastrophe des Jahrhunderts" - man darf annehmen, dass allein die Tatsache eines EU-Gipfeltreffens im baltischen Litauen den Kreml-Macho immer noch zur Weißglut treibt.

Deshalb versucht er den einst bedeutenden Satelliten Ukraine mit allen Mitteln fern von EU und Nato zu halten. Von wirtschaftlicher Erpressung ist die Rede und von hohen Finanzleistungen.

Die EU aber kann sich auf keinen Basar um ein neues Mitglied einlassen, sondern nur Geduld zeigen und auf politischen Wandel in Kiew setzen. Ein Bündnis mit dem Autokraten Janukowitsch würde ihr ohnehin nicht zur Ehre gereichen.

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