KOMMENTAR · SYRIEN: Ohne Antwort

|

Klingt groß - der Titel: Der Tag danach. Sehr viel mehr jedoch scheint bei den sechs Geheimtreffen syrischer Oppositioneller in Berlin nicht herausgekommen zu sein. Das Positionspapier ist eine Sammlung von Polit-Formeln und hehren Vorsätzen. Von einem kompletten Neubeginn auf der Grundlage von Demokratie und allgemeinen Menschenrechten ist die Rede. Das kann vieles heißen.

Wer genau zusammensaß und mit welcher Autorität sprechen kann, bleibt ebenfalls im Dunkeln. Und gleich nach dem Ende von Baschar al-Assad kündigt der Text eine Verfassungsgebende Versammlung an. Tunesien und Libyen haben für diesen ersten Schritt in Richtung Demokratie immerhin neun Monate gebraucht. Auf die wichtigste Frage jedoch - zuletzt Anfang der Woche öffentlich gestellt von Frankreichs Präsident François Hollande - bleiben die Gegner Assads weiterhin jede Antwort schuldig. Wer ist das Gesicht und wer die Stimme der Opposition? Wer hat die Autorität, für alle zu sprechen? An welchen Syrer können sich die westlichen Staatschefs wenden, wenn sie ihren Kurs abstimmen wollen?

Anders als Libyen kann die syrische Opposition auch 18 Monate nach dem Beginn des Volksaufstands immer noch keine allseits respektierte Persönlichkeit an ihrer Spitze vorweisen, vergleichbar dem ersten libyschen Übergangspräsidenten Mustafa Abdul Jalil. In Libyen galt der Nationale Übergangsrat von Anfang an als die unbestrittene Vertretung der Aufständischen gegen Muammar Gaddafi und damit quasi als Exil-Regierung. In Syrien dagegen reden alle durcheinander und bringen bestenfalls Allgemeinplätze zu Papier.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Züge stehen still: Fahrgäste schlecht informiert

Donnerstagmorgen hatten es Bahnreisende schwer. So mancher Fahrgast, der im Filstal in einem Zug saß, musste lange auf eine Weiterfahrt warten. Die Probleme gibt es allerdings schon länger. weiter lesen