KOMMENTAR · SYRIEN: Bis zur Friedhofsruhe

|

Krieg ist grausam, und jeder Tote in bewaffneten Auseinandersetzungen ist einer zu viel. Die Ermordung vieler hunderter unbeteiligter Zivilisten, von Frauen und Kindern wie derzeit in Syrien, ist ein barbarisches Verbrechen. Doch die Welt beschränkt sich darauf, mit dem Entzug der Freundschaft zu drohen. Als hätte es nicht genug Appelle gegeben. Der syrische Präsident Baschar al-Assad hat kein einziges seiner Versprechen, die Truppen zurückzuziehen, auch nur ansatzweise eingehalten.

Wie lange darf eine Staatengemeinschaft, die sich den Menschenrechten verpflichtet fühlt, dieser Mordorgie noch zusehen, ohne selbst dagegen vorzugehen? Sie hat den Zeitplan, mit dem Glaubwürdigkeit gekoppelt ist, schon überreizt. Die Bilder der ermordeten Zivilisten von Tremseh und aus anderen Orten, in denen Milizen und Regierungstruppen ein Blutbad anrichteten, sprechen Bände. Und weil die Fotos der Toten über das Internet um die Welt gehen, kann niemand ernsthaft behaupten, er habe nichts vom Ausmaß der Massaker gewusst. Wer weiter zuschaut, obwohl er die Chance hat, dieses Morden zu stoppen, macht sich mitschuldig.

Während die Verhandlungen über eine UN-Resolution in eine weitere Runde gehen, weil Russland blockiert, geht das Morden Tag für Tag weiter. Der Verdacht drängt sich auf: Eine UN-Resolution wird es erst geben, wenn in Syrien wieder Ruhe herrscht - Friedhofsruhe.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Teva streicht weltweit 14.000 Stellen

Die Ratiopharm-Mutter Teva will weltweit 14.000 Stellen streichen. In Deutschland hat der Konzern 2900 Mitarbeiter, die meisten arbeiten in Ulm. weiter lesen