KOMMENTAR · SPANIEN: Jugend auf gepackten Koffern

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Wie findet man in Spanien Arbeit? Ein Patentrezept gibt es angesichts der hohen Arbeitslosenquote nach wie vor nicht. Dabei waren gerade die jungen Menschen immer sicher, sie würden nach ihrer Ausbildung eine Arbeitsstelle bekommen. Dies sollte die Krönung ihrer Anstrengungen sein. Tatsächlich ist der spanische Arbeitsmarkt für viele junge Menschen eine unüberwindbare Barriere. Jeder Zweite von ihnen findet keine Stelle.

Die spanische Jugend kennt nur noch ein Gefühl: Unsicherheit. Der Schwebezustand zehrt nicht nur an ihrem Selbstbewusstsein. Sie fühlt sich nicht gewollt und nicht geschätzt. Dabei haben die jungen Menschen so viel in ihre meist akademische Ausbildung investiert, wollten sich entwickeln, hatten einen Lebensplan. Es ist, als habe man ihnen die Flügel abgeschlagen.

Diese Situation bringt viele dazu, ihre Koffer zu packen - wie einst ihre Vorfahren - und ihr Glück in einem anderen, einem fremden Land zu suchen. Dort hoffen sie auf eine Chance, eine Möglichkeit, die sie in ihrer Heimat nicht haben. Die Initiative aus Deutschland, in Spanien das erfolgreiche Modell der dualen Ausbildung einzuführen, wäre der erste Schritt, die Abwanderung der jungen Leute zu stoppen und ihnen eine reale Alternative anzubieten. Die Spanier bevorzugen bisher eher ein Studium. Mit dem neuen Ausbildungs-System könnten sie zu begehrten Fachkräften werden. Unser spanischer Kollege José Vicente Soria Blanco (29) ist Student in einem Master-Kurs an der Madrider Universidad Complutense und derzeit Hospitant in unserer Ulmer Redaktion. Redakteurin Joanna Stolarek hat den Text übersetzt.

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