KOMMENTAR · SCHÄUBLE: Er ist wieder da

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Gerade ein Jahr ist es her, da liefen in Berlin Wetten auf den Rücktritt des Finanzministers. Wolfgang Schäuble musste zuvor mehrmals aus gesundheitlichen Gründen aussetzen. Er wurde wegen rüder Tonart gegenüber seinem - deswegen abgetretenen - Pressesprecher als "Minister Gnadenlos" attackiert und hatte großen Ärger mit dem Koalitionspartner FDP wegen der Steuerpolitik. Vertraute des Badeners berichteten glaubwürdig über Amtsmüdigkeit.

Im Januar 2012 ist davon keine Rede mehr - Wolfgang Schäuble ist wieder voll da. Er vertritt in der Debatte über Rettungsschirme für angeschlagene Euro-Staaten die Interessen des deutschen Steuerzahlers so unumwunden, wie es sich die Kanzlerin auf internationalem Parkett nicht leisten kann. Er sorgt dafür, dass die Berichte über Rekordeinnahmen der öffentlichen Hand nicht überschwänglich ausfallen, sondern stets mit dem berechtigten Hinweis verknüpft werden, dass auch dieser Aufschwung ein Ende haben wird und dass die Schuldenlast der öffentlichen Kassen immer noch steigt. Jetzt hat er offenbar Angela Merkels Musterschüler Thomas de Maizière einen blauen Brief geschickt und mehr Sparsamkeit bei der Umsetzung der Bundeswehrreform angemahnt.

Otto Normalverbraucher, der mit seinen Steuern, Abgaben und Gebühren diesen Staat am Laufen hält, kann über einen solchen Kassenwart nur froh sein. Schäuble will nichts mehr werden. Er muss sich weder bei der Kanzlerin noch bei einem seiner Amtskollegen einschmeicheln. Er kann einfach streng und gerecht seines Amtes walten. Wir wünschen ihm noch eine lange Dienstzeit.

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