KOMMENTAR · ROMNEY: Ohne Vision

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Die Republikaner waren nervös. Würde Mitt Romney kühl und distanziert wirken und somit jenen negativen Eindruck, den viele Amerikaner von seiner Persönlichkeit haben, verstärken, oder würde er als Sympathieträger auftreten?

Nach einer guten Dreiviertelstunde konnten die Wahlstrategen des Präsidentschaftskandidaten aufatmen, denn Romney hat seine Chance genutzt. Äußerst geschickt scherzte er zum Abschluss des Parteikonvents über jenen beruflichen Erfolg, der ihn zum Multimillionär machte - und nach Darstellung der Demokraten unfähig, die Anliegen der Durchschnittsbürger zu verstehen. Für seinen Erfolg habe er nach einem bescheidenen Start hart arbeiten müssen, und das sei doch eine gute Sache, beschwor Romney eine klassische amerikanische Tugend. Auch diente ein großer Teil der Rede dazu, weibliche Wähler zu gewinnen, die zumindest bisher Barack Obama deutlich mehr Vertrauen schenkten.

Ob es allerdings reichen wird, um einen fraglos angeschlagenen Präsidenten aus dem Amt zu verdrängen, ist zweifelhaft. An konkreten Ideen, mit denen er die weltgrößte Volkswirtschaft auf Vordermann bringen und neue Arbeitsplätze schaffen will, fehlt es nämlich nach wie vor. Romneys Visionen, sowohl in der Außen- und Wirtschafts- als auch in der Energiepolitik, beschränkten sich im Wesentlichen auf die Verurteilung jenes Kurses, den die Demokraten verfolgt haben. Das werden auch die Wähler erkennen, die im Augenblick noch von spontaner Begeisterung hingerissen sind, aber spätestens dann klarer sehen werden, wenn die Kandidaten zu ihren Fernsehduellen antreten.

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