Kommentar · POLEN: Auf Distanz

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So lange ließ noch kein polnischer Ministerpräsident auf sich warten. Drei Monate brauchte Beata Szydlo, um zum Antrittsbesuch nach Berlin zu kommen. Die rechts-konservative Politikerin setzt damit ein Zeichen: Polen sucht die Distanz zum großen Nachbarn Deutschland, nicht die Annäherung. Darüber können auch die gestern ausgetauschten Freundlichkeiten nicht hinwegtäuschen.

Mit dem Amtsantritt der neuen Regierung hat auch im bilateralen Verhältnis eine neue Zeit begonnen. In auffallendem Maße kehren alte Stereotypen zurück: Deutschland wird als Bedrohung empfunden - durch seine Stärke in der EU, seine mit Argwohn betrachtete Sprachfähigkeit mit Russland, die Alleingänge in der EU-Flüchtlingspolitik, die Polen unter keinen Umständen mittragen will. Auch manch klares Wort deutscher Politiker zur umstrittenen Justiz- und Medienreform in Polen hat Warschau verschnupft. So demonstriert man an der Weichsel Abgrenzung und rückt näher an den EU-Außenseiter Ungarn, der mit seinem nationalistischen Kurs der neuen polnischen Regierung näher ist.

Der Temperatursturz ist gegenwärtig zum Glück nur auf die politische Ebene konzentriert. Der Alltag der Menschen ist davon unberührt. Seit dem Abschluss des deutsch-polnischen Nachbarschaftsvertrages vor 25 Jahren sind an der Basis viele herausragende Projekte entstanden. Sie erweisen sich krisenfest - im Gegensatz zur Politik.

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